Jetzt, zu Zeiten einer allgemeinen Pilgerschwemme (jeder muss anscheinend den Jakobsweg gehen), war doch Hermann Hesses „Morgenlandfahrt“ eine willkommene Reisebeschreibung. Darüber möchte ich euch einladen, Selbiges nachzuerleben. Machen wir uns auf, unser eigenes Morgenland zu entdecken. Nehmen wir unsere Freunde mit auf diese Reise nach Hause. Ist es doch weniger eine Region, oder gar ein Land, welches bereist wird, sondern eine Reise – Pilgerfahrt ist wohl der bessere Ausdruck – wie Hesse es so beschreibt:
„… sondern es strömte dieser Zug der Gläubigen und sich Hingebenden nach dem Osten, nach der Heimat des Lichts, unaufhörlich und ewig, er war immerdar durch alle Jahrhunderte unterwegs, dem Licht und dem Wunder entgegen, und jeder von uns Brüdern, jede unserer Gruppen, ja unser ganzes Heer und seine große Heerfahrt war nur eine Welle im ewigen Strom der Seelen, im ewigen Heimwärtsstreben der Geister nach
Morgen, nach der Heimat.“
Also packen wir unseren Rucksack und nehmen unsere Seelenverwandten mit nach dem Morgenland.
Der Suhrkamp-Verlag schreibt folgendes dazu. »Hermann Hesses Erzählung berichtet von dem Geheimbunde der Morgenlandfahrer, der die in allen Völkern und Zeiten zerstreute Gemeinschaft der Gläubigen, der Träumer, Dichter, Phantasten darstellen soll, symbolisch in ein gleichzeitiges Schicksal zusammengefaßt. Die erzählerische Anmut im einzelnen und die Sicherheit, mit der die Geschehnisse zwischen Traum und Wirklichkeit gehalten und auf dieser Ebene glaubhaft gemacht werden … das rührend Märchenhafte, Kindliche und Romantische darin, das alles läßt nicht leicht erkennen, daß Hesse hier ebenso ein Bekenntnisbuch geschrieben hat wie im “Steppenwolf”, nur einheitlicher und mehr zur Erzählung geformt als dort.«
Tags: Literatur
Reparatur - Schlauch abmontiert
100 Arbeiter - kontaminiert
Was haben die gedacht, kommt aus dem Schlauch heraus, wenn sie ihn abschrauben? Weinpulver? Milchkaffee?
Seien wir doch ehrlich; es war der Versuch der örtlichen Winzergenossenschaft, heimlich ihre Hänge damit zu düngen. Bei dem Versuch, es den Franzosen nach zu machen, schnitten die Südafrikaner schlechter ab. Das AKW wurde heruntergefahren, ohne dass etwas Radioaktivität austrat. Beim nächsten Mal sind sie hoffentlich schlauer. Es wäre doch jammerschade, wenn der südafrikanische Wein hinter dem französischen zurück steht. Gespannt warte ich jetzt auf weitere Meldungen aus Spanien und Australien - es sind weitere meiner bevorzugten Weinregionen.
Die Winzer um das Gebiet Tricastin werden sogar ihr Anbaugebiet umbenennen, wie der Verbandschef der Vereinigung mitteilt. Es sieht ja auch komisch aus, wenn auf dem Rückenetikett “abgefüllt im AKW” steht. Einen neuen Namen hätte ich auch schon für den Wein: “Tricatom”.
Jetzt genieße ich noch den Rest meines spanischen Gran Reserva, welcher neben mir im Glase leuchtet.
Tags: Allgemein · Essen und Trinken
Der Schmetterlingsstrauch macht seinem Namen alle Ehre.



Tags: Fotos · Tierwelt
Am Wochenende werde ich versuchen, von meiner wordpress 2.6 Installation zu meiner alten 2.3 zu wechseln und dann die neue noch einmal installieren. Es haben sich einige Fehler eingeschlichen; ich werde sie auch nicht los. Hoffentlich weilt mein blog am Montag dann noch unter euch.
Tags: Allgemein · Internet
Gestern kam ein Fahrer aus dem Büro raus und sagte mir, ich solle ihm 5 Gitterboxen für die Firma OSK aufladen. Daraufhin schickte ich ihn wieder ins Büro zur Kollegin und ließ ihn ausrichten (natürlich in meiner gewohnt netten und liebenswürdigen Art) ob das mittlerweile egal sei, was aufgeladen werden soll oder ob es denn doch bestimmte Teile sein sollen. Nach seiner Rückkehr sagte er mir die Teilenummer. Die Nummern sagten mir zwar nix, aber vielleicht waren es neue Teile und ich kannte sie bestimmt noch nicht. Doch fand ich die Gitterboxen nirgends. Noch mal nachgefragt, „Nein, die müssen da stehen!“ Ein Anruf bei dem zuständigen Fertigungssteuerer brachte dann Klarheit. Er zeigte mir die Teile. Ich wies ihn darauf hin, dass es die Teilenummer soundso ist und die Teile mit der dranhängenden Nummer übereinstimmen. Alsdann erfuhr ich, die Teile haben eine neue Nummer bekommen, wurden aber noch nicht umetikettiert. Ich lud die Gitterboxen auf. „Freudig“ erregt kehrte ich ins Büro zurück und stellte meine Kollegin zur Rede. „Ich habe das auch erst heute früh erfahren“, bekam ich zur Antwort. Mit meiner zuvorkommenden, wirklich netten Art sagte ich ihr, dass sie so was dann ruhig mit erwähnen könnte.
Nu isse beleidigt und spricht nicht mehr mit mir.
Tags: Auf Arbeit
Den Göttern muss sein Leben ein Wohlgefallen gewesen sein. So liest sich zumindest sein Tagebuch.
Wer in seinen Tagesablauf blicken möchte, erhält hier einen kleinen Abriss. Empfehlenswerter sind allerdings seine Briefe, welche Bukowski zwischen 1958 und 1994 schrieb und unter dem Titel „Schreie vom Balkon“ veröffentlicht wurden. Ich werde sie noch einmal lesen, schließlich ist es schon über zwei Jahre her, dass der Buchdeckel zu geklappt wurde.
Und das schreibt der Verlag dazu:
»Das Schlimmste: Einige Zeit nach meinem Tod werde ich richtig entdeckt.«
Erstmals in deutscher Sprache: Ein Tagebuch von Charles Bukowski, gnadenlos offen und schonungslos – nicht nur sich selbst, sondern allen gegenüber, die seinen Weg kreuzen. Ein Buch, das Charles Bukowskis Weltanschauung auf den Punkt bringt – illustriert von Robert Crumb.
Abend für Abend sitzt Charles Bukowski vor seinem Computer und schreibt auf, was ihn am zurückliegenden Tag bewegt hat. Leicht bis ziemlich betrunken erzählt er – bar jeder Höflichkeit – von Nachbarn, Freunden, Fans, der Rennbahn, dem Eheleben, dem Schreiben. Er zählt auf, was ihn nervt oder freut, wie sehr ihm das Alter zusetzt und wie es ihn anwidert, wenn Leute versuchen, sich in seiner Berühmtheit zu sonnen.
»Einige Zeit nach meinem Tod werde ich richtig entdeckt. Alle, die mich zu Lebzeiten gefürchtet oder gehasst haben, finden mich jetzt ganz toll. Meine Worte sind überall. Clubs und Gesellschaften werden gegründet. Man macht mich viel mutiger und begabter, als ich es gewesen bin. Es wird übertrieben. Sogar den Göttern kommt das große Kotzen. Die menschliche Rasse übertreibt alles. Ihre Helden, ihre Feinde, ihre Bedeutung.«
Tags: Literatur
Ferienbeginn – der Stau endlos lang,
der Fahrerin wird langsam bang.
Erreicht dann doch das Hotel am Meer,
aber wehe ihr – das Buffet war schon leer.
Das Zimmer doppelt belegt, ein Jammer;
was bleibt, ist nur die Besenkammer.
Am nächsten Tag sollt´s Baden sein,
allein es fehlt der Sonnenschein.
Der Wasserball ist auch verschwunden,
um ihn hat sich der Tang gewunden.
Es schwimmen Spalier die Feuerquallen,
die Schreie hört man zum Strand hin schallen.
Dann eben einen Strandspaziergang,
rausgeputzt die Promenade entlang.
Die Haare hochgesteckt – ohne Zopf,
´ne Möwe schmeißt was auf den Kopf.
Doch nun ist´s ja einerlei,
das Wochenende ist eh´ vorbei.
Tags: Gedichte · Literatur
ist das Gewicht des in die Flüsse entschwundenen Urans im französischen Tricastin. Doch verstehe ich jetzt die ganze Aufregung nicht. Es bringt doch auch eine Menge Vorteile. Bekanntermaßen ist diese Region ein Weinanbaugebiet der südlichen Rhône. Da freue ich mich schon auf den Jahrgang 2008, der Rotwein kommt dann wirklich mit schönen „leuchtenden“ rubinfarben daher. Außerdem können die Winzer dadurch die Weinlese auch nachts machen. Es wäre nur von einer EU-Kommision zu klären, ob dieser Zustand ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Winzerkollegen ist. Falls dem so sein sollte, könnten die hessischen Weinbauern in Biblis ähnliches veranstalten. Und schon kommt ein: „Ich sage JA zu deutschem Wein“ über meine Lippen. Gekeltert aus der Rebsorte Cabernet Uran.
Doch ehe nun Skeptiker da etwas anzweifeln wollen, sage ich Ihnen, dass ich weiß, wovon ich schreibe. Vor Jahren wurden hier die radioaktiven Abfälle der Wismut unter anderem zum Straßenbau und als Füllmaterial für Waldwege verwendet. Seitdem sparen wir uns die Straßenbeleuchtung und gehen nachts Pilze sammeln.
Tags: Allgemein · Essen und Trinken · Gesundheit
Nachdem der Buchversand das ersehnte Paket auf Arbeit zugestellt hat – ich erwäge dort einen Zweitwohnsitz zu eröffnen; zwölf Stunden hier, der Rest dort – bessert sich mein Gemütszustand. Charles Bukowski sei Dank. Gleich auf den ersten Seiten wunderbar glitzernde Perlen aus Buk´s Feder.
„Es überrascht mich nicht, daß die Irrenanstalten und Gefängnisse voll sind, und die Straßen auch. Um mich zu beruhigen, sehe ich gern meinen Katzen zu. Die geben mir ein gutes Gefühl. Aber steckt mich nicht in ein Zimmer voll Mitmenschen. Bloß nicht. Besonders an Feiertagen. Bitte nicht.“
Charles Bukowski aus “Den Göttern kommt das große Kotzen”
Und gleich noch etwas bezeichnendes, es trifft auch gut auf die schockierte Kollegin:
„Immerhin rechne ich damit, morgen früh wieder aufzuwachen. Und wenn ich es eines Morgens nicht mehr tue, auch gut. Dann brauche ich keine Fliegengitter mehr, keine Rasierklingen, Rennprogramme und Anrufbeantworter.“
Charles Bukowski aus “Den Göttern kommt das große Kotzen”
Tags: Auf Arbeit · Literatur · Zitate
In dem samstäglichen Werbeblatt einer Supermarktkette fand sich ein halbseitiger Artikel über den „Frauenschwarm“ und Volksmusikstar Florian Silbereisen. Dazu noch ein recht großformatiges Foto von ihm. Nein – nicht dass ich den Artikel gelesen hätte. Irrwitzigerweise entwickelte ich eine, sagen wir Neurose oder eine Phobie. Auf dem Gebiet bin ich nicht so bewandert. Es zog mich zu dem Computer hin, gab eine Adresse in den Browser ein, landete bei einem Buchversender und bestellte. Kein Volksmusikalbum. Irgendwie zog es mich zu Charles Bukowskis Buch „Den Göttern kommt das große Kotzen.“ Jetzt fiebere ich dem Paket entgegen, es schnell auszupacken, und dann meine Medizin zu genießen. Danach werde ich mich wohl erholt haben. Nächstes Wochenende werde ich die Seiten der Reklamezettel etwas vorsichtiger wenden.
Tags: Literatur · Medien