€ 17.000,-

Nicht jeder, der an den Toren des Kanzleramts rüttelt, darf später auch hinein. Peer Steinbrück scheint sich seiner Kanzlerschaft sicher zu sein. Warum sollte er sonst, als Mitglied der „Arbeiterpartei“, einen Zuschlag beim Amtsgehalt der Bundeskanzlerin fordern.

Natürlich kann es auch sein, dass die Weihnachtsgeschenke von Frau Merkel dieses Jahr etwas bescheiden waren und der kleine Peer unterm Tannenbaum bitterlich geweint hat.

Doch zurück zu den Zahlen. Rechnet man Herrn Steinbrücks Nebeneinkünfte der letzten Jahre auf den Monat um, ergibt sich eine ungefähre Summe von knapp dreißigtausend Euro. Bis Mitte 2013 erhöht sich das Gehalt der Bundeskanzlerin auf ca. 17.000 Euro. Diese Vergütung erhielte er dann auch – wenn er die Wahl gewönne. Für Vortragstätigkeiten wäre dann keine Zeit mehr, da das Amt einen vollständig ausfüllt. Daraus ergibt sich eine, nicht kleine, Differenz. Und dieses Mindereinkommen muss ja dann irgendwie ausgeglichen werden.

Umfragewerte sind ja nun eine Sache für sich, doch wird der Kanzlerkandidat der SPD sich mit diesem Vorstoß keinen Gefallen getan haben. Seine Malaise mit den Nebeneinkünften war schon fast vorbei und hätte bestimmt keine Auswirkungen auf die Person des Kanzlerkandidaten gehabt. Doch frage ich mich jetzt: Will er überhaupt Kanzler? Oder was soll diese Selbstdemontage?

So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit

Wie in dem gleichnamigen Weihnachtslied geht es auch bei uns zu. Die Puppe und der Bär sind zwar nicht verschwunden, dafür aber der Ersatzakku des Fotoapparates. Vor einigen Tagen legte ich den Akku auf den Schreibtisch, zum Zwecke ihn aufzuladen. Nun sammelten sich in der Zwischenzeit noch mehr Sachen an: Rechnungen und andere Weihnachtspost, Kalender für das nächste Jahr (da der Weltuntergang noch auf sich warten lässt) und andere Kleinigkeiten.

So werde ich den vierten Adventsnachmittag jetzt nutzen, um den Akku in den letzten Winkeln des Schreibtisches zu suchen.

Endgültig

Augustinus sagte: „Das Spiel ist zu Ende, Applaus!“

Unser Insolvenzverwalter dagegen fand andere Worte: „Der Geschäftsbetrieb wird eingestellt und die Firma geschlossen.“

Das war vor über einem Jahr, Ende Mai. Genau am 31. Mai. WahrscheinlichDSCN0441 auch ein Grund für die Stille im Blogsatz. Am Abend dieses letzten Maitages haben wir gegrillt. Sozusagen die Henkersmahlzeit. Auf dem Hof, später in der Versandhalle. Weil – passend zu diesem Tag – der Himmel sich schwarz einfärbte, Blitze zuckten und mehrere kräftige Regengüsse niedergingen. Das war nun das Ende eines Industriebetriebes. Applaus gab´s keinen. Der Einstieg in eine Transfergesellschaft zerschlug sich mangels Masse. Obwohl mein schwerster DSC_2341Stapler über sieben Tonnen Leergewicht hatte.Nachdenkliches Smiley  Glücklicherweise gehörte ich dann zu dem „elitären“ Kreis, welcher vom Insolvenzverwalter für die Liquidation noch gebraucht wurde. Schon komisch, seinen einstigen Arbeitsplatz zu demontieren.

Seit Oktober letzten Jahres arbeite ich in einem Konzern, auch wieder Zulieferer der Automobilindustrie. Eine Woche habe ich überlegt, dort anzufangen. Für die Liquidation meines alten Arbeitgebers hätte ich noch bis Jahresende dort bleiben können.

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Der Anfang lief schon recht holprig ab, aus drei Monaten Einarbeitung wurden drei Wochen, jede Anpassung oder Veränderung die ich vorschlage oder wünsche muss immer erst über die Konzernzentrale. Konzernzentrale heißt in diesen Fällen von dem Mitarbeiter zum nächsten, dann zum nächsten, wieder zu einem anderen. Dann zu einem weiteren … Monate später …

Ich fühle mich immer noch nicht heimisch. Und bin wieder auf der Suche.

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Wieder da!

Er ist wieder hier, in seinem Revier!

Nach Tagen bangen wartens kam er am Freitag nachmittag nach Hause. Das ganze Viertel mit Handzetteln versorgt, Tasso schickte auch noch Suchplakate, welche der Postbote Freitag brachte. Nachbarn liefen die Straßen ab – alle suchten mit. Bis plötzlich ein Mann aus dem zweiten Stock vom Balkon aus ein graues Felltier über die Wiese laufen sah. Er gleich die Treppe runter, um die Nachbarin mit dem Schlüssel zu informieren. Eine andere Nachbarin sah den Kater dann auch und klingelte Sturm. Fünf Minuten später war wieder Futter im Napf, meine Frau und ich bekamen auf Arbeit Anrufe, dass er in der Küche sitzt und sich den Bauch vollschlägt.

Als ich nach Hause kam schlief er seelig auf dem Schrank. Nach einer kätzischen Begrüßung den Napf wieder befüllt, er den Napf sogleich wieder geleert. Dann wollte der Streuner aber wieder raus. Durfte er aber nicht. Zuerst machte ich meine Runde, um all die Zettel wieder einzusammeln – sonst stünde wohl das Telefon nicht still und wohlmeinende Nachbarn brächten ihn dann im Zehnminutentakt wieder nach Hause.

Selbst Eric Clapton gibt ein Ständchen dazu.

Back home

Winter

  

Seit fast einer Woche Schneefall der erste Sonnenschein. Der nächste Flockenwirbel soll erst Freitag wieder vom Himmel herabfallen. Melden die Meteorologen, welche sich in letzter Zeit nie irrten.

Konnte ich noch vor gut anderthalb Wochen – während einer kurzen Tauperiode (die war Cancún und der 2-Grad-Marke geschuldet) – eine Amsel beim Bade in einer Wasserlache beobachten, so ist jetzt die Landschaft in einem Schneemeer versunken. Selbst die EichelhäherPC280010 (im Bild vergreift er sich an einem Meisenknödel) nehmen das Futterangebot auf der Terrasse wahr und teilen mit den anderen Vögeln. Die Straßenbahnen haben schon kapituliert und blieben im Depot. Vereinzelt noch Busse auf den Straßen, welche aber nicht mehr jede Haltestelle bedienen; zu groß sind die Höhenunterschiede, die es zu überwinden gilt, will man vom Bürgersteig auf die Straße treten. Ein Heizkraftwerk bekam anscheinend die falschen Geschenke und meldete sich kurzerhand in die Weihnachtsferien ab – ein Stadtteil ohne Heizung, zumindest für einen dreiviertel Tag. Die Schneeschippen sind längst ausverkauft, eventuell Ende dieser Woche wird mit Nachschub gerechnet. Vereinzelt gibt es noch Restexemplare zu Wucherpreisen, wie an einem Imbiss: Der Inhaber verkauft das Stück zu zwanzig Euro. Aber vielleicht sind es ja Designerschippen, die den Aufpreis rechtfertigen.

Nachteilig wirkt sich das Wetter auch auf das Miteinander aus, da der Jahreswechsel ansteht. Wünscht man seinem Gegenüber den obligatorischen Gruß „Guten Rutsch“, bekommt man kein freundliches Lächeln und ein „Gleichfalls“ zurück, sondern Beschimpfungen und böse Blicke.

Also wünsche ich euch einen schönen Übergang ins neue Jahr.

Winterzauber

Liebe Frau Holle, viele sind der Meinung, der Plan für das Ausschütteln der Betten ist erfüllt. Wenn nicht gar schon übererfüllt. Setzen Sie sich mit der Goldmarie an den warmen Ofen, essen Plätzchen und erfreuen sich an der Winterlandschaft. In der Zwischenzeit wird die Pechmarie ihre Aufgabe übernehmen.

Steinpleiser Weihnachtsbackstube

Ich vermute, die Küche war gut eingeheizt, der Tisch freigeräumt von unnötigem Ballast, außer dem Adventsgesteck mit zwei leuchtenden Kerzen. Aus dem Radio leise Weihnachtsweisen. Schneeflocken klopfen leise an das Fenster, zwei Rehe inspizieren den verschneiten Garten.

Die Zutaten sorgsam bereitgelegt, kleine und große Förmchen mit den verschiedensten Motiven. Letzten Montag, dafür hatte sie extra einen Tag Urlaub genommen, buk meine Kollegin MP900400170[1]Plätzchen. Mit einem Teil davon wollten wir uns dann die restliche Arbeitswoche versüßen, zum Fünfzehnuhrkaffee, dazu ein qualmendes Räuchermännlein – noch dürfen sie im Büro rauchen, müssen nicht an die dafür vorgesehenen Inseln getragen werden.

Allein die restliche Urlaubsplanung verdarb uns die Nascherei. Ab Dienstag musste ich dann zuhause bleiben, um den Resturlaub noch abzubauen. In einer E-Mail bat ich sie dann, bis Freitag ein paar Leckereien aufzuheben, da ich diesen Tag wieder arbeiten müsse und kurz vor drei Kaffee kochen wöllte .

Doch am Mittwoch, oder war es Donnerstag, klingelte am frühen Nachmittag ein freundlicher Paketbote und brachte ein Päckchen. Empfänger: ich. Absender: Steinpleiser Weihnachtsbäckerei. DHL fährt Plätzchen aus.

Auf diese Weise ganz liebe Grüße in die Weihnachtsbackstube und vielen Dank.

Gut aufgelegt

Beide sind in fast dem gleichen Alter, sie ist wohl ein oder zwei Jahre jünger. Keine Kratzer, Falten, Ähnliches, was zu kosmetischen Reparaturorgien führen könnte. Ja, gut, zugegeben, sie ist rund. Na und?  Das sind sie ja alle. Zumindest sind alle zwei gut aufgelegt.

Ich, weil ich mich freue, endlich wieder einen Schallplattenspieler mein Eigen zu nennen und die über vierzig Jahre alte American Folk Blues Festival Schallplatte, welche sich munter auf dem Plattenteller dreht. Analogmusik. Leises Knistern zwischen den Liedern. Und ein schon längst vergessener Klang. Der alte folkbluesSpieler hatte schon vor langer Zeit aufgehört, sich zu drehen. Und weil das mit den CDs halt so bequem ist – Fernbedienung und dergleichen, stand die Plattensammlung ungehört im Schrank. Durch Umzüge und andere Irrungen und Wirrungen ist die Anzahl wohl auf gut fünfzig LPs zusammengeschmolzen, aber diese dürfen sich jetzt wieder drehen.