Fehltritt

Es gibt in unserem Haushalt gewisse, ungeschriebene Gesetze, welche strikt und von jedem einzuhalten sind. Und da es im Kleinen genauso wie im Großen ist, im eigenen Heim wie in der Gesellschaft, werden diese Normen, sei es aus Unwissenheit oder doch mit Bedacht, von manchen gebrochen. Es gibt hier eine Sitzordnung, bestehend aus einem 3-Sitzer, 2-Sitzer und einem Sessel, diese sind genau aufgeteilt, auf dass jeder in der abendlichen, wohltemperierten Stube seinen Platz hat.

Nun ist in der Belegung noch ein Platz frei, der Sessel ist noch unbelegt, da das Katzentier noch einen Bummel unternahm. Nach Beendigung desselben hört man ein forderndes Schreien an der Terrassentür: „Es ist kalt, ich habe Hunger und will SOFORT herein.“ Dieser reizenden Aufforderung konnte ich natürlich nicht widerstehen, ich stand auf, ging zur Tür und bat ihn höflichst herein. Der ausgehungerte Kater betrat sein Reich, sah sich um, erblickte die bereits wiederhergestellte Ordnung in der Platzvergabe und schlich sich in die Küche, um sein Mahl einzunehmen. Nach einiger Zeit, man hörte immer nur ein lautes Schmatzen, kam er, sich noch das Mäulchen leckend, wieder ins Wohnzimmer. Ein Blick mürrisch im Kreis, stellte er sich vor den Ausgang ins Freie, sah durch die Scheibe und verlangte in seiner unnachgiebigen Art, es solle schleunigst jemand die Tür wieder aufmachen, da ein kurzer Verdauungsspaziergang angesagt sei. Und wieder war ein beflissener Dienstbote zur Stelle, der ihm diesen Wunsch erfüllen wollte. Den Türgriff hatte ich schon in der Hand, da besann sich seine Exzellenz, machte auf den Pfoten kehrt, sah mich noch kurz an, der ich immer noch den Griff haltend da stand – in seinen nach Bernstein funkelnden Augen sah ich noch ein Blitzen – und der Sessel war noch frei. Okkupierte doch dieses Raubtier „meinen“ 2-Sitzer, der mir von Rechts wegen zustand. Nach einer kurzen Beratung verkündete dann das Familiengericht das unheilvolle Urteil, welches sofort vollstreckt wurde. Nahrungsentzug für die Dauer von zehn Minuten.

Ich liebe Katzen!

Schloss Osterstein

Seit dem letzten Freitag beginnt für unser Stadtschloss ein neues Kapitel in seiner langjährigen und wechselvollen Geschichte; als Seniorenwohnanlage.

Der Schandfleck mitten in der Stadt ist endgültig Vergangenheit. Die vom Einsturz bedrohte Ruine image verwandelte sich in den letzten 2 Jahren zu einem prächtig sanierten Renaissanceschloss, welches am Freitag den Schlossherren übergeben wurde. Betreiber der Anlage ist die Senioren- und Seniorenpflegeheim gGmbH Zwickau, welche schon mehrere Häuser hier unterhält sowie ein Pflegeleitzentrum für Menschen im Wachkoma.

Am Wochenende war für die, die noch keine Ambitionen hegen in ein Seniorenheim zu ziehen, ein Tag der offenen Tür. Also stellte ich mich auch in die Schlange, um einmal ein Blick in das „Bewohnerzimmer der Zukunft“ zu werfen. Platz für Bücher und ein Internetanschluss war da. Beruhigend. Und um sich schon mal langsam einzugewöhnen, oder um die Senioren nicht abgeschieden leben zu lassen, gibt es noch einen historischen Weinkeller (leider noch im Bau) sowie Schlosshoffeste und Veranstaltungen wie Buchlesungen in der Hofstube.

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Fahrtrausch

Ja mei, der Herr Beckstein. Wollt er wohl seinem Spezi Wiesheu Otto einen Gefallen tun und hat vor lauter Biertrinkerei ganz vergessen, dass der ja jetzt bei der Bahn arbeitet. Oder muss er so versuchen, den potenziellen CSU-Wählern und Oktoberfestbesuchern noch zu verdeutlichen, welche Partei die wirkliche Volkspartei in Bayern ist.

Zwei Maß Bier, also zwei Liter, dann noch bisschen Autofahren, das macht doch einem gestandenen Bayern nichts aus. So wie dem Otto damals.

Der CSU-Generalsekretär hat besoffen erst mal jemand tot gefahren. 1983 war das, mit 1,75 Promille. Er ist dann zwar zurückgetreten, aber dafür wurde er ja immerhin noch Verkehrsminister. Und Kultusminister. In Bayern. Weil das da zur Kultur einfach dazugehört, das Biertrinken. Oder man bekommt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Wie der Otto Wiesheu eben.

Da stellt sich mir die Frage, ob Herr Beckstein jetzt dem Otto nacheifern will. Dem Verdienstkreuz wegen. Weil, Ministerpräsident ist er ja schon.

Auch habe ich gehört, während der diesjährigen Wies´n werden Vignetten verteilt. Wer dann den Aufkleber mit Günther Becksteins Konterfei an die Windschutzscheibe klebt, wird nicht mehr zur Alkoholkontrolle angehalten. Mich interessierte nur noch, ob man dann die Vignetten noch sammeln kann und sich dann zwei klebt. Könnte man dann 4 Liter trinken und im Auto weiter schunkeln. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

Grauenhaft

Ich liege auf dem Sofa, lese in euren Blogs, und neben mir zappt die Liebste durch die Fernsehlandschaft. Ein kurzer Blick nach vorn. Abscheulich, grauenhaft. Florian Silbereisen mit einem Dompteur im Tigerkäfig. Wie viel Zeug müssen sie den Tigern eingeflößt haben, dass diese bezaubernden Katzen durch einen Reifen springen und nicht ihren natürlichen Trieben nachgehen folgen. Auch wenn dann das Fernsehen um einen „Star ärmer“ wäre.

Verschlusssache

Ein Artikel in der Freitagsausgabe unserer Tageszeitung ließ mich wachsam werden und lud mich zum Recherchieren ein. Und beim nachmittäglichen Einkauf zahlte es sich aus.

Durch den Bericht erfuhr ich, dass immer mehr Weingüter ihre Flaschen mit Schraubverschluss ausstatten. Dargelegt wurden die verschiedenen Typen von Weinverschlüssen, angefangen mit dem herkömmlichen Korkeichenverschluss über das Pendant aus Kunststoff, dann der Schraubverschluss und schließlich noch ein Glasstopfen, der „VinoLok“, welchen ich aber bisher noch nie sah, respektive entfernen durfte.

Bemerkenswert ist, selbst im Segment der Premiumweine ist der normale Korken nur noch mit gut sechzig Prozent vertreten. Geschuldet wird dies dem Geschmack, wir müssen dann nicht immer rufen „Herr Ober, der Wein schmeckt nach Kork“. Allein die Nobelweine werden noch zu über 80 % „entkorkt“. Ein Grund dafür ist wohl die Lagerung, über andere Verschlüsse mit längerer Liegezeit ist noch nicht viel bekannt. Als Vorreiter alternativer Verschlussmethoden sehe ich den Frankenwein in der traditionellen Bocksbeutelform. Hier sind schon bei den einfachen Weinen drei Viertel der abgefüllten Flaschen alternativ verschlossen, die besseren Weine zur Hälfte. Einen Schraubbocksbeutel öffnete ich schon mal, vor einiger Zeit erstand ich mal eine Viertelliterprobierflasche eines fränkischen Rotweines, die normale Größe war dann auch normal verschlossen.

Nach dieser Recherche und dem Zeitungsartikel stelle ich mich heute als Testperson zur Verfügung. Ich kaufte einen 6 €-Wein mit Schraubverschluss. Gut, ich weiß, für sechs Euro bekommt man keinen Premiumwein, aber es ist ja nur zu Testzwecken. Was soll ich sagen – er schmeckt!

Welchen Verschluss bevorzugt ihr; braucht ihr das Geräusch eines herausrutschenden Korkens oder schraubt ihr auch?

Eis schlecken

Das Sonntagssommersonnenscheinwetter ausnutzend, spazierten wir gemütlich in die Stadt, um ein paar Kugeln Eis zu genießen. Und so ganz nebenbei konnte man auch Leute beobachten. Ein Matrose? Schritte wie auf schwankenden Schiffsplanken, die Augen leicht glasig. Oder doch auf dem Heimweg vom Frühschoppen? Jedenfalls hatte er es für den Tag geschafft.

Eltern mit ihrem Kind. Das Kind immer vornweg, rennend. Doch immer wieder prüfende Blicke, ob die Erwachsenen auch hinterher kommen. Dann der ermahnende Ruf des Vaters: „Guck nach vorn, wo du hinläufst“.

Mussten wir, im Kindesalter und auch jetzt noch, nicht alle selbst Erfahrungen sammeln. Ließen doch die Eltern das Kind laufen. Und dann gegen die sich immer näher heranschiebende Plexiglasscheibe rennen! Es war uns nicht vergönnt. Doch das Mädchen stoppte ihren Lauf und wich dem Hindernis aus.

Neuerungen

Meine lieben Leser,

ich habe mich entschlossen, Kommentare nur noch mit einer neuen Anmeldung zu genehmigen. Um sich hier anzumelden braucht ihr nur unten stehendes Formular ausfüllen, natürlich einmalig, und schon seid ihr hier – und anderswo – gespeichert. Vielen Dank für eure Mühe und Mitarbeit.

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einfach nur tippen

Ich muss einfach nur etwas schreiben, um nicht ins Grübeln über die Arbeit zu fallen. Das lenkt einen etwas ab. Letzte Woche wurde ich auf einem anderen Arbeitsplatz angelernt, diese und nächste Woche muss ich´s schon allein bringen. Der Chef hat Urlaub und ich soll ihn vertreten. Sein Vorgesetzter hat auch Urlaub, das SAP-Team weilt diese Woche in einem zur Firmengruppe gehörenden Werk in Schweden. „Du könntest ja eine E-Mail schreiben, wenn was wäre.“ Das sagte man mir. Der Fahrer, welcher dann auf die Lieferscheine wartet, wäre sicher hoch erfreut. Irgendwie komme ich mir ein klein wenig verkohlt vor bei der Sache. Zumal ich nicht der Karrieretyp bin, der sich darüber freute, zwei Wochen „Chef“ zu spielen. Vor Jahren, ich glaube es war 1998, kurz vor der Bundestagswahl, bot mir das AA eine Stelle als Hofkehrer an. Manchmal sehnte ich mich danach. Böte es mir doch den ganzen Tag die Gelegenheit, sich über Gott und die Welt Gedanken zu machen, anstatt selbst zu Hause noch über den Tag zu sinnieren, ob man auch alles Recht erledigt hat.

Morgen komme ich eh´ nicht zum Nachdenken. Mittwoch kommen die Handwerker nach Haus, da habe ich noch einiges zu tun, bisschen schrauben, umräumen….

Außerdem habe ich noch einen großen Vorrat an noch nicht gehörter, klassischer Musik und ungetrunkenem Rotwein. Im Augenblick schallt Beethovens 4. Sinfonie aus den Lautsprechern. Als gestern Abend meine Frau von Mittagschicht kam, sagte sie mir das bestimmt nicht alle Hausbewohner auf diese Art Musik stehen und ob ich nicht ein klein wenig die Lautstärke runter drehen könnte. Schließlich hatte ich auch noch die Fenster sperrangelweit auf. Vielleicht gewöhne ich mir an, ab einer gewissen Uhrzeit die Kopfhörer zu aktivieren. Da kann man dann auch auf der Terrasse weiterhören, trinken, schreiben. Falls doch einer der Nachbarn sich nicht unbedingt mit Bruckner, Tschaikowski und Beethoven anfreunden kann.

Den Selbstversuch mit der Terrasse breche ich jetzt ab, es zieht ein Gewitter auf. Nicht auszudenken, wenn der Blitz in die Funkkopfhörer einschlägt und das Gehirn durcheinanderwirbelt. Obwohl, warum auch nicht! Manchmal wäre man dann klüger.

Einkaufsbummel

Ich tat es wieder, ich las die großformatigen Reklameanzeigen der örtlichen Einkaufsmärkte. Und würde fündig.

„Das Kilo für 5 €!“ Gleich nach der Arbeit, so nahm ich es mir vor, wollte ich das Superschnäppchen erwerben. Schleppend, die Zeit wie angestemmt, verlief der Tag. An nichts konnte ich denken, außer an meinen bevorstehenden Einkauf. Der Feierabend kam, rein ins Auto und voller Vorfreude Richtung Supermarkt. Die linke Hand zuckte ein wenig, wollte den Blinkerhebel bedienen. Das Gehirn meldete sich: „Hier rechts abbiegen und in vier Minuten bist du zu Hause.“ Doch ich blieb stark. Fuhr ungehemmt weiter. Nun ist es kein Leichtes, auch in einer 96.000 Einwohner zählenden Stadt nicht, vom Ortseingang bis fast ans andere Ende der Stadt zu fahren. Wer mag nicht den Berufsverkehr, sich langsam vorwärtsquälende Blechwürmer, Baustellen und, immer auf Rot schaltende Ampeln, wenn man sich denn ihnen nähert. Auch diese Odyssee brachte ich hinter mich.

Und nun stand ich da; vor längerer Zeit habe ich bei ähnlicher Gelegenheit drei Bücher für neun Euro bekommen. Heute bekam man ein Kilo Bücher für fünf Euro. Ich sah mich schon mit vier, fünf Kilo in der Einkaufstasche den Heimweg antreten. Langsam trete ich an die überquellenden Körbe heran, mir das Beste herauszusuchen. Doch was ist das. Kochbücher über Kochbücher, Lebensratgeber wetteifern mit Fitnessbroschüren, wer den meisten Platz einnimmt. Dazwischen inhaltslose Kinderbücher, einige Romane, welche doch niemand lesen will. Nach halbstündiger Suche fuhr ich, mit leerem Beutel, wieder ans andere Ende der Stadt. Ich liebe Schnäppchenjagd!