Abgehobenes Erfrischungsgetränk

Einige Bundesländer verbieten das Colagetränk der Marke, nach deren Genuss man, engelgleich, Schwingen verliehen bekommt. Nun wird diese Cola aber nicht auf Grund des zugesetzen – schädlichen – Zuckers aus den Regalen verbannt, nein, es fanden sich minimale, unschädliche Spuren von Kokain in dem Getränk. Demzufolge ist es jetzt kein Lebensmittel mehr, sondern wird als Betäubungsmittel deklariert. Was ist nun dieses Mittel, mit deren Hilfe man sich betäubt? Eine Mischung aus Ackerminze, Senfsamen, Vanille, Ingwer und anderen Zutaten, dazu noch ein wenig dekokainierter Kokaextrakt. Die Füllmenge der Büchse beträgt 0,25 l. Ich stelle mir nun vor, innerhalb von zwei, oder sagen wir besser drei Stunden, 3 Büchsen zu trinken. Also einen dreiviertel Liter Cola über die angenommene Zeit. Danach erledigte ich dann Rechenaufgaben oder anderes, um den Dämmerzustand festzustellen. Anderntags wiederholt man das Experiment mit gleichen Vorgaben, nur nehme man diesmal, ohne mit der Cola zu vermischen, eine Flasche Wodka. Ohne einen Arzt oder Lebensmittelchemiker zu bemühen, kann ich das Ergebnis vorhersagen. Doch lassen wir diese Experimente, überlassen das weitreichende Thema den Experten. Ich werde versuchen, mit ebendieser Cola, meine Mohnpflanzen zu düngen. Vielleicht bringt das ja etwas Schwung.

Na denn, Prost!

E S A R I N T U L O M D P C F B V H G J Q Z Y X K W

Das sind die in der französischen Sprache am meisten verwendeten Buchstaben. Und nach diesem „Alphabet“, nach diesem System, die Buchstaben ihrer Häufigkeit nach zu sortieren, hat Jean-Dominique Bauby sein Buch diktiert. Bauby ist im März 1997 gestorben, nachdem er weit über ein Jahr in seinem Körper gefangen war.

Im Dezember 1995 erlitt er einen schweren Schlaganfall, nach einem zweiwöchigen Koma erwachte er – vollständig gelähmt, bis auf ein Augenlid und eine leichte Kopfbewegung. Diese sehr seltene Krankheit nennt man „Locked In Syndrom“, kurz LIS. Man ist bei vollem Bewusstsein gefangen im eigenen Körper, in einer, wenn man so will, Taucherglocke. Jean-Dominique sortierte Satz für Satz, Kapitel um Kapitel in seinem Kopf, bevor er mit seinem Lid blinzelte, wenn der richtige Buchstabe genannt wurde.

schmetterlingEs ist kein alltägliches Buch. Eher eine Kostbarkeit, wenn man das Zustandekommen bedenkt. Und er schreibt nichts von Selbstmitleid, Bauby lässt uns Anteil nehmen an seinem Zustand, mit Witz und Ironie zeigt er uns sein „Leben“ als LIS-Patient, holt uns in seine Taucherglocke. Dann entfliehen wir mit ihm, als Schmetterling, in die Welt, welche vor seinem Krankenzimmer stattfindet. Der wache Geist durchbricht die Glocke, entflieht dem Kerker. Doch schreibt er auch von der Verzweiflung, welche sich doch immer wieder breit macht.

Allzu oft, auch mit Recht, sagt man, ein Film, gedreht nach einem Buch, verliere von der Ausstrahlung der Worte. Hier ist es nicht der Fall. Der gleichnamige Film intensiviert dieses Erleben des Locked In Syndroms. Gedreht aus der Sicht Baubys, sehen wir die Welt mit seinem Auge, sind dabei, als man ihm ein Augenlid zu nähte, als über ihn gesprochen wurde. Doch ich schreibe ganz bewusst nicht, dass wir uns durch diesen Film in ihn hinein versetzen können. Nein, das kann niemand. Das einzige, was wir können, ist, sich ein wenig mehr mit unserem Leben auseinander zu setzen. Manche ärgern sich über ein paar Pfunde zu viel am Körper, graue Haare, ein Pickel, die Frisur, welche heute nicht sitzen will und all dergleichen Banalitäten, Kleinigkeiten. Sehen wir die Welt mit anderen Augen, freuen wir uns des Lebens, auch wenn es uns manchmal vorkommt, wir wären der Baum und nicht der Hund.

Auch eine seltene Krankheit ist der Zustand des Wachkomas, des apallischen Syndroms. Hier fehlt dem Patienten durch eine zu starke Schädigung des Hirns das Bewusstsein. Doch finde ich den Übergang eher fließend. Welcher noch so gute Neurologe kann mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, dieser Gruppe fehlt das Bewusst gewordene Sein. Und so kommt es bei jedem dieser zwei Krankheitsbilder vor, das mangelnde Kenntnis der Pflegekräfte dazu führen, ohne Vorwarnung die Bettdecke weg gezogen zu bekommen oder einen nassen Waschlappen plötzlich im Gesicht zu haben. Dieser Film sollte eigentlich zum Lehrplan auszubildender Pflegekräfte dazu gehören und bei Angestellten auf solchen Stationen jährlich gezeigt werden.

Anderthalb Zentner

ist das Gewicht des in die Flüsse entschwundenen Urans im französischen Tricastin. Doch verstehe ich jetzt die ganze Aufregung nicht. Es bringt doch auch eine Menge Vorteile. Bekanntermaßen ist diese Region ein Weinanbaugebiet der südlichen Rhône. Da freue ich mich schon auf den Jahrgang 2008, der Rotwein kommt dann wirklich mit schönen „leuchtenden“ rubinfarben daher. Außerdem können die Winzer dadurch die Weinlese auch nachts machen. Es wäre nur von einer EU-Kommision zu klären, ob dieser Zustand ein Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Winzerkollegen ist. Falls dem so sein sollte, könnten die hessischen Weinbauern in Biblis ähnliches veranstalten. Und schon kommt ein: „Ich sage JA zu deutschem Wein“ über meine Lippen. Gekeltert aus der Rebsorte Cabernet Uran.

Doch ehe nun Skeptiker da etwas anzweifeln wollen, sage ich Ihnen, dass ich weiß, wovon ich schreibe. Vor Jahren wurden hier die radioaktiven Abfälle der Wismut unter anderem zum Straßenbau und als Füllmaterial für Waldwege verwendet. Seitdem sparen wir uns die Straßenbeleuchtung und gehen nachts Pilze sammeln.

Zug um Zug

In der Samstagszeitung musste ich lesen, der Altbundeskanzler Helmut Schmidt nebst seiner Frau wurden angezeigt. Wenn ich mich recht erinnere, war es wegen Körperverletzung oder Ähnlichem, zumindest wegen Rauchens in der Öffentlichkeit. Der Nichtraucherschutz nimmt langsam groteske Züge an. In den USA verbietet eine Stadt den Bürgern, in ihren Häusern zu rauchen. Hier wird jemand trotz Übergangsfrist angezeigt. Muss ich jetzt wohl Angst haben, eine Anzeige zu bekommen, nur weil ich nicht einsehe, mal auf meine Zigarette zu verzichten. Gut, in Straßencafés darf man rauchen. Doch belästigt man dann nicht etwa vorbei gehende Passanten, die einem dann die Nichtraucherlobby auf den Hals hetzen? Und welcher Gastronom öffnet für mich im Februar ein Straßencafé? Ich möchte den nicht rauchenden Menschen eine Belästigung nicht absprechen, in engen Kneipen oder Cafés ist es für sie bestimmt öfters eine Zumutung. Man braucht es aber auch nicht übertreiben. Irgendwann haben wir sonst eine Raucherjagd, welche an das Mittelalter und ihre „Hexen“ erinnert.

Sammelbilder

Jaaaa, macht Bilder auf die Zigarettenschachteln. Nachdem es ja nicht mehr viele Kaugummihersteller gibt, welche die kleinen Sammelbilder beilegen – (gibt´s überhaupt noch welche?), ich erinnere mich da noch an die Hitschlerbilder, die wir als Kinder in den Westpäckchen fanden – muss halt die Zigarettenindustrie nachlegen. So bekomme ich dann jeden zweiten Tag ein neues Sammelbild. Wenn es dann soweit ist, suche ich Tauschpartner.

Gute Besserung!

Seit gestern beklagen wir auf in unserer Abteilung einen Krankenstand von 50(!) %. Da der verbliebene Rest die Arbeit dann doch nicht in der angegebenen Zeit schafft, heißt das Zauberwort (oder schreibe ich lieber Unwort) „Überstunden“. Dies der geneigten Leserschaft als Entschuldigung, Kommentare verspätet zu beantworten. Desweiteren wird das Aktualisierungsintervall des Blogs rapide sinken, da wir ja in drei Wochen umziehen und gaaanz laaangsam mal anfangen müssen mit packen.

Eine ziemlich einseitige Unterhaltung

Heute hatte ich wieder das Vergnügen, meinem Zahnarzt einen Besuch abzustatten. Im Wartezimmer wollte ich mich gerade gemütlich mit einer Zeitung, in der ein interessanter Bericht über Indien abgedruckt ist, auf die Couch lümmeln. Doch soweit kam es dann doch nicht. Ich durfte dann doch gleich ins Behandlungszimmer. Hat der Zahnarzt solch Sehnsucht nach meinen Zähnen? Ich auf dem Stuhl, Mund weit auf, die Instrumente werkeln an meinen Zähnen und Herr Doktor erzählt und stellt Fragen. Nun weiß ich nicht weiter. Sind es rein rhetorische Fragen oder erwartet er tatsächlich eine Antwort. Da ich ein höflicher Mensch bin, versuche ich dann auch zu antworten. Ob er mit meinen Antworten zufrieden war, kann ich nicht beurteilen. Aber anscheinend reichte ihm ein Ähh, ahh und haa als Antwort. Nach der Behandlung dann aber doch noch ein wenig geplaudert. Alles in allem ein erfolgreicher Besuch beim Zahnarzt. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.