Wiederholungen

Seit einigen Tagen gibt der CD-Spieler im Auto immer nur ein und dieselbe CD wieder. Und das ist gewollt. Meine neueste Errungenschaft, seit Langem habe ich überlegt vertonte Gedichte von Heine zu hören. Und was liegt da am nächsten, wenn man in der Robert-Schumann-Stadt Zwickau wohnt, als die Lieder von Robert Schumann zu kaufen. Gesungen von Peter Schreier, Norman Shelter am Klavier. Eine Platte von früher, neu aufgelegt von Edelrecords. Auf der CD sind 16 Gedichte von Heinrich Heine und 12 Stück von Joseph von Eichendorff. Die Lieder zu hören ist auch eine kurzweilige Art, Gedichte auswendig zu lernen, habe ich festgestellt. Und weil Herr Eichendorff hier noch nicht vertreten ist, wir vor kurzem über die Loreley sprachen, hier eine Waldloreley, eine Variation der Frau auf dem Stein am Rhein:

Waldgespräch

Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Was reitst du einsam durch den Wald?

Der Wald ist lang, du bist allein,

Du schöne Braut! Ich führ dich heim!«

»Groß ist der Männer Trug und List,

Vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,

Wohl irrt das Waldhorn her und hin,

O flieh! Du weißt nicht, wer ich bin.«

So reich geschmückt ist Roß und Weib,

So wunderschön der junge Leib,

»Jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei!

Du bist die Hexe Lorelei.«

»Du kennst mich wohl – von hohem Stein

Schaut still mein Schloß tief in den Rhein.

Es ist schon spät, es wird schon kalt,

Kommst nimmermehr aus diesem Wald!

Eine neue Gemeinde stellt sich vor

Endlich die eine Woche Mittagschicht – inklusive Überstunden – hinter mir, die liegengebliebene Arbeit zu Hause am Wochenende abgearbeitet, beginne ich wieder mit dem Schreiben.

Vor einiger Zeit las ich bei Piefke über die bayerische Gemeinde Paslam, idyllisch gelegen zwischen Tegernsee und Schliersee. Nun konnte ich nicht umhin, mir selber ein Bild über den Marktflecken zu machen. Fahrt nach Paslam im nächsten Urlaub. Es lohnt sich. Am besten vielleicht ein Besuch in der Adventszeit, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Freundlicherweise lobte die Gemeinde Paslam, unter Schirmherrschaft des ehrenwerten Dr. Tschabobo, einen Literaturwettbewerb aus, an welchem ich mich dann sogleich beteiligte. Seit einiger Zeit überlegte ich schon, mich mal an solch Wettbewerb zu versuchen, Paslam war dann der Auslöser für meine erste literarische Schrift. Dafür gebührt der Gemeinde mein Dank.

Kellerliteratur

Das Goetheinstitut in Paris, eines der über hundert Niederlassungen weltweit, wurde renoviert. Das ist noch keine Meldung wert. Wiedereröffnet Anfang Oktober strahlt es in modernem Glanz. Nun ist das Goetheinstitut ein Kulturverein der Bundesrepublik, unter anderem zur Förderung der deutschen Sprache im Ausland. Deshalb auch all die vielen Bücher berühmter deutscher Schriftsteller in den Regalen der Einrichtungen. Nur in Paris nicht mehr. Fast alle Bücher wurden ins Kellergeschoss ausgelagert, in den Regalen der Bibliothek stehen nur ein paar vereinzelte Bände des Herrn Goethe – auf der Rückseite, ansonsten nur Neue Medien, meist Videos. Literatur vor 1900 steht nicht mehr in der Bibliothek. „Das neue Design der Bibliothek lasse dicht gereihte Regale nicht zu “, so eine Angestellte des Hauses. Also werden die Dichter und Denker in den Keller verbannt, um in dem Informationszentrum Videos a´la Titanic oder Nosferatu in die Regale zu stellen. In meinen Augen macht sich das Goetheinstitut in Paris damit keinen guten Namen. Was macht eine Bibliothek aus? Bücher, dicht gedrängt in den Regalen, Schiller schmiegt seinen Buchrücken an Heine, Fontane neben Goethe und Storm, Brentano im Gespräch mit Morgenstern und Droste-Hülshoff. Ich will sie nicht alle aufzählen, doch das macht doch unsere Sprache aus, diese großen Literaten. Also zurück mit den Büchern in die Regale, die Videos in den Keller.

Lorelei

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh‘.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.

Heinrich Heine

Irgendwie ist mir danach, mal wieder mehr Heine zu lesen. Aus dem „Buch der Lieder“, Abschnitt „Die Heimkehr“. Vor einiger Zeit sah ich im Fernsehen mal einen Bericht darüber, es war wohl 2006 – trotz Mozartjahr wurde dann doch noch an Heinrich Heine und Robert Schumann gedacht, welche ihren 150. Todestag hatten. In dem Bericht wurden unter anderem japanische Touristen gezeigt, die das von Schumann und anderen Komponisten vertonte Lied Gedicht mitsingen konnten.

Online-Bibliothek

Ab heute gibt es eine neue Bibliothek, respektive ein Lexikon, welches unter der Adresse www.zeno.org zu erreichen ist. Zeno ist ein Ableger der Digitalen Bibliothek, mit dem Unterschied, dass bei Zeno die Inhalte kostenfrei sind.

Nach eigenem Bekunden ist es „die größte Online-Bibliothek im deutschen Sprachraum“. Neben den Inhalten der Wikipedia stehen noch verschiedene ältere Lexika, wie der Brockhaus von 1908 oder Pierer’s Universal-Lexikon von 1865, zur Verfügung. Im Wettstreit um die meisten urheberrechtsfreien Bücher steht Zeno mit dem Projekt Gutenberg.de, welches schon seit einigen Jahren Literatur zum Onlinelesen anbietet. Das neue Portal beherbergt auch noch „40.000 Meisterwerke“, eine Sammlung von Gemälden, Grafiken und Zeichnungen der berühmtesten Künstler.

Vincent van Gogh: Bauernhütten in Auvers

„Erzählungen“ – Heinrich Böll

Schon seit einiger Zeit ausgelesen, doch komme ich jetzt erst dazu, das Buch vorzustellen. Versammelt sind 75 Erzählungen, von den Anfängen seiner Schriftstellerei 1937 bis ins Jahr 1982. Als Zugabe noch den Essay „Gibt es eine deutsche Story?“

Böll verarbeitet in seinen Erzählungen, als zuweilen politischer Schriftsteller, die Erlebnisse des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Später dann ergreift er Partei für jene, die aufgrund ihrer politischen Ansichten mit Berufsverbot bedrohten oder belegt wurden, wie in Du fährst zu oft nach Heidelberg. Nicht zu vergessen die hervorragenden Satiren Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral sowie Dr. Murkes gesammeltes Schweigen, in der er die Rundfunkanstalten karikiert. Doch die meisten Funkhäuser haben wohl nichts daraus gelernt. Den Reigen schließt dann die Humoreske In welcher Sprache heißt man Schneckenröder.

Ein im Laufe der Zeit, meines Erachtens nach ab den sechziger Jahren, immer besser werdender Heinrich Böll, hat den 1972 verliehenen Nobelpreis für Literatur zu Recht verdient. Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, zum Sonderpreis von 10 Euro.

Bob Dylan – Lautlos

Der Meister stellt das erste mal seine Bilder aus. In Deutschland. In Sachsen. In Chemnitz.

In den Chemnitzer Kunstsammlungen sind vom 28. Oktober bis zum 3. Februar 2008 über zweihundert Bilder von Bob Dylan unter dem Titel „Bob Dylan – The Drawn Blank Series“ zu sehen. Dylan bearbeitete seine Bilder, welche 1994 als Skizzen und Zeichnungen bei RandomHouse erschienen, extra für die Ausstellung nach.

Und hier ist er nicht mehr Lautlos: