€ 17.000,-

Nicht jeder, der an den Toren des Kanzleramts rüttelt, darf später auch hinein. Peer Steinbrück scheint sich seiner Kanzlerschaft sicher zu sein. Warum sollte er sonst, als Mitglied der „Arbeiterpartei“, einen Zuschlag beim Amtsgehalt der Bundeskanzlerin fordern.

Natürlich kann es auch sein, dass die Weihnachtsgeschenke von Frau Merkel dieses Jahr etwas bescheiden waren und der kleine Peer unterm Tannenbaum bitterlich geweint hat.

Doch zurück zu den Zahlen. Rechnet man Herrn Steinbrücks Nebeneinkünfte der letzten Jahre auf den Monat um, ergibt sich eine ungefähre Summe von knapp dreißigtausend Euro. Bis Mitte 2013 erhöht sich das Gehalt der Bundeskanzlerin auf ca. 17.000 Euro. Diese Vergütung erhielte er dann auch – wenn er die Wahl gewönne. Für Vortragstätigkeiten wäre dann keine Zeit mehr, da das Amt einen vollständig ausfüllt. Daraus ergibt sich eine, nicht kleine, Differenz. Und dieses Mindereinkommen muss ja dann irgendwie ausgeglichen werden.

Umfragewerte sind ja nun eine Sache für sich, doch wird der Kanzlerkandidat der SPD sich mit diesem Vorstoß keinen Gefallen getan haben. Seine Malaise mit den Nebeneinkünften war schon fast vorbei und hätte bestimmt keine Auswirkungen auf die Person des Kanzlerkandidaten gehabt. Doch frage ich mich jetzt: Will er überhaupt Kanzler? Oder was soll diese Selbstdemontage?

Alternativen

Ich muss der Bundeskanzlerin beipflichten. Um die Wirtschaft – in Wahrheit meint sie die oberen Köpfe der Unternehmen – zu stärken, gibt es keine andere Alternative zur derzeitigen Regierung. Schwarz-Grün oder Jamaika seien Hirngespinste, sagte sie auf dem CDU-Parteitag.

Tja, es hat sich lange nichts geändert, denn 1919 schrieb schon Kurt Tucholsky in der Weltbühne:

Politik kann man in diesem Lande definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung.

Pfingsten naht.

Meine tägliche Presseschau ließ mich heute über folgende Aschekübel Schlagzeile stolpern: „Vulkanasche kann den Pfingstflugverkehr einschränken.“ Na prima! Nicht dass ich vorhabe, an den Pfingstfeiertagen ein Flugzeug zu besteigen. Doch das Ganze dann kurz nach der „kleinen“ Bundestagswahl in NRW. Wie das zusammenpasst? Jeder dachte, ja, die Wahl ist vorbei, und nun fangen die Regierungsparteien an mit ihrer eigentlichen Aufgabe: dem Regieren. Jetzt haben wir ja zwei Parteien in der Koalition, welche mit einem C beginnen. Also dem Papst, Bischof (ist er es noch?) Mixa, und anderen Kirchenvertretern nahe stehen. Und Pfingsten soll dann nun der Heilige Geist über diese Regierung kommen. Kommt er aber nich! Steht eine dunkle Wolke zwischen. Bei manchen denke ich, die haben ja nicht mal normalen Geist, geschweige denn den Heiligen.

Kann man aus einer leeren Rotweinflasche auch einen Geist entweichen lassen, oder geht das nur mit höher prozentigem Alkohol? Ansonsten würde ich die leeren Flaschen dann immer in das hessische Ministerium schicken. Tja, vergelts Gott, Herr Koch.

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Ökumene? Was ist das denn?

Es geht auf Pfingsten zu. Und allenthalben liest man auf den Kalenderblättern Sprüche mit einem Bezug zu Gott. Auf unserem Katzenwochenkalender (!) musste ich heute einen lesen und in Ulfs Schreibetagebuch stand ein ähnlicher Spruch. Es drängt sich mir die Frage auf, welcher Gott? Gibt es etwa mehrere? Papisten und Protestanten stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der Katholizismus, oder eher der Papst, erkennen die evangelische Kirche nicht an.

Doch welch ein Wunder – wenngleich kein göttliches – die oberen beider Kirchen, Kardinal Lehmann und der ehemalige Kirchenpräsident Steinacker kämpfen Hand in Hand gegen einen Schriftsteller. Nun ist es kein deutscher Literat, welcher vor die Neo-Inquisition gezerrt wird, es ist ein Muslim. Navid Kermani, seines Zeichens iranischer Schriftsteller, wird der hessische Kulturpreis aberkannt. Die zwei deutschen Kirchenfürsten intervenierten bei Roland Koch. Und ihm muss es doch wirklich sehr schwer gefallen sein, den Preis nicht an Kermani zu verleihen. Ist es doch ein Politiker, welcher sich rührend um Migranten kümmert (solange sie nicht in seinem Hessen unterkommen wollen). Navid Kermani setzt sich für eine Verständigung der Religionen ein. Also was liegt da näher, als ein ökumenischer Schulterschluss der katholischen und evangelischen Kirchen für, nein, nicht für, gegen einen Islamisten. Hat hier jemand was von Kreuzzug gesagt oder gedacht? Ich möchte doch sehr bitten!

Passend dazu die Zeile aus einem Lied des islamischen Sängers Yusuf: „There is only one god“. Und wenn man den Text weiterliest, respektive hört, fällt einem die Ökumene, die Annäherung der Religionen auf.

Die ganzen Hintergründe kann man in der „ZEIT“ nachlesen.

Plakatierer

Endlich lächeln sie wieder. Sehen von ihren Plakaten auf die Bevölkerung herab – wer hier zweideutig denken mag sollte es ruhig tun! Schenken uns, dem Volk, (wissen diese Lächler mit dem Begriff noch etwas anzufangen?) ihr Opium in Form von Wahlversprechen.

Aber jetzt kommt noch mehr Farbe zur Wahl, also ins Spiel. Beflügelt durch die Meldung, die Regierung wolle das Paintballspiel verbieten, fühlten sich die Spieler dazu berufen, eine Farbballpartei gründen zu wollen. Vorbei die Zeiten einer Jamaikaampelkoalitionsoption. Es wird bunt. Nun wird dieses Verbot nur ein Zugeständnis an die Waffen- und Schützenlobby sein. Lieber die Farbspritzer verbieten als sich die Parteispende eines Waffenherstellers entgehen zulassen. Das ist dann das „neue, restriktive Waffengesetz“ zur Vermeidung von Amokläufen.

Meiner pazifistischen Einstellung möchte ich nicht abschwören, doch sehe ich eine neue Verwendung für die demnächst eingesparten Farbbeutel. Gab es nicht Andeutungen diverser Funktionäre über bevorstehende „soziale Unruhen“? Und so hätten wir knallbunte Plakate, ohne Haifischgrinsen, im Vorüberfahren wären wir die Lachenden.

Krisis-Sonett

Aus dem Ofen fließt zäh der Stahl,

und dann macht man ihn aus.

Es war heute das letzte mal,

der zweite Kocher sitzt schon zu Haus.

Die Presse nur noch im Stundentakt kracht,

des Eisens gibt’s schon zu viel.

Der Werker sagt nun Gute Nacht,

macht gute Miene zum bösen Spiel.

Eine Drehmaschine nichts mehr dreht,

einsam in der Halle steht.

Der Gabelstapler nicht fahren will.

Hier weht ein rauer Wind um´s Eck,

und pfeift die Arbeitsplätze weg.

Die Werkshalle liegt totenstill.

Die Platzkarten, bitte.

In Sabines Spinnrad las ich es und hielt es für einen Scherz, welcher zum Nachdenken anregen solle. Doch die Tageszeitung belehrte mich eines besseren.

Die Herren Volk von der CDU und Lindner von der FDP (käme dieser Vorstoß von der Linkspartei verstünde ich es ja eventuell), möchten die Weihnachtsgottesdienste nur für Kirchensteuerzahler mit Eintritts- respektive Platzkarten öffnen. Manchen Christen wird die Wange glühen, ist es nicht eine schallende Ohrfeige für die christlichen Werte. Prominentestes Opfer einer fehlenden Eintrittskarte war wohl Josef nebst seiner Maria. Doch im Stall war ja noch ein Platz frei. Ist ein Obdachloser, auch wenn er sich in erster Linie der beheizten Kirche wegen dort hin begibt, Gott nicht lieber als manch ein doppelzüngig redender Politiker? Oder soll dieser Vorschlag zu vor lutherischen Zeiten hinführen. Eine elitäre Gruppe kommt sowieso in den Himmel, der Rest solle seinen Zehnt bezahlen, ansonsten muss er in der Hölle darben – oder hat keinen Zutritt zur Kirche. Gut, die Gemeinde der Kirchensteuerzahler ist groß, keine kleine Gruppe, doch soll die Frohe Botschaft nicht alle Menschen erreichen? Auch diejenigen, welche nur an Heiligabend ein Gotteshaus von innen sehen.

Ich wünsche euch einen freien Platz beim Weihnachtsgottesdienst und ein besinnliches, ruhiges Fest.

Invalidenküche

Da stehen und sitzen sie in der Küche; diese Armee aus Versehrten, gleich der nicht enden wollenden Schlange in Lourdes, Hoffnung auf Heilung schöpfend, und warten geduldig auf die Genesung.

Heute war Mannelwecken. Und nach dem elfeinhalb Monate währenden Schlaf, unsanfter geweckt als einst Dornröschen, waren manche wohl etwas voreilig, als sie schnell aus dem Karton kletterten. Also mussten die Raachermannln (zu Deutsch: Räuchermännchen), welche sich verletzten, auf dem Küchentisch Aufstellung nehmen. Des Schneemanns rote Mohrrübennase musste wieder befestigt werden, ein nur zur Hälfte gefallener Engel, der linke Flügel brach bei den ersten Flugversuchen, ein Kurrendesänger verlor seinen Stern und weiteren kleinen und großen Patienten ward geholfen. Jetzt stehen sie alle an ihrem Platz,image die Pyramiden warten darauf, endlich angeschoben zu werden um ihren rotierenden Schatten an die Zimmerdecke zu werfen, der Nussknacker hat seine Zähne geputzt und im Keller liegt ein köstlich duftender erzgebirgischer Butterstollen.

Ich wünsche euch eine ruhige, besinnliche Adventszeit, keine Hektik beim Geschenkekaufen und einen schönen Bummel über einen der zahlreichen Weihnachtsmärkte.

optische und akustische Überwachung

Da bekommt ja der Spruch „Hören und Sehen vergehen“ plötzlich eine vollkommen neue Bedeutung. Das kann sich hören und sehen lassen, das neue BKA-Gesetz. Doch genug der Wortspielereien.

Heute wurde mit großer Mehrheit das Gesetz des Bundeskriminalamtes verabschiedet. Nun ja, wenn sie es nur wirklich „verabschiedet“ hätten.

In froher Erwartung hoffe ich jetzt auf die Zusendung einer Webcam und eines Headsets aus dem Hause Schäuble. Einen Techniker brauchen Sie mir somit nicht vorbei schicken.

Doch mahnt der Innenminister ein Ende der Debatten an, junge Leute könnten sonst das BKA mit dem Ministerium für Staatssicherheit vergleichen. Das möchte ich auch nicht. Früher ahnte man um die Überwachung, heute weiß man es per Gesetz. Einen Unterschied macht es für mich natürlich nicht. Habe ich damals 50 DDR-Mark bezahlt, um aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen zu werden – so viel (!) kostete die offizielle Ausreise in die BRD – und in einem demokratischen Staat weiter leben zu können, werden wir wohl langsam wieder damit vertraut gemacht. Oder bewerte ich das ein wenig über, da man sich noch an die Überwachung erinnert?