Endgültig

Augustinus sagte: „Das Spiel ist zu Ende, Applaus!“

Unser Insolvenzverwalter dagegen fand andere Worte: „Der Geschäftsbetrieb wird eingestellt und die Firma geschlossen.“

Das war vor über einem Jahr, Ende Mai. Genau am 31. Mai. WahrscheinlichDSCN0441 auch ein Grund für die Stille im Blogsatz. Am Abend dieses letzten Maitages haben wir gegrillt. Sozusagen die Henkersmahlzeit. Auf dem Hof, später in der Versandhalle. Weil – passend zu diesem Tag – der Himmel sich schwarz einfärbte, Blitze zuckten und mehrere kräftige Regengüsse niedergingen. Das war nun das Ende eines Industriebetriebes. Applaus gab´s keinen. Der Einstieg in eine Transfergesellschaft zerschlug sich mangels Masse. Obwohl mein schwerster DSC_2341Stapler über sieben Tonnen Leergewicht hatte.Nachdenkliches Smiley  Glücklicherweise gehörte ich dann zu dem „elitären“ Kreis, welcher vom Insolvenzverwalter für die Liquidation noch gebraucht wurde. Schon komisch, seinen einstigen Arbeitsplatz zu demontieren.

Seit Oktober letzten Jahres arbeite ich in einem Konzern, auch wieder Zulieferer der Automobilindustrie. Eine Woche habe ich überlegt, dort anzufangen. Für die Liquidation meines alten Arbeitgebers hätte ich noch bis Jahresende dort bleiben können.

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Der Anfang lief schon recht holprig ab, aus drei Monaten Einarbeitung wurden drei Wochen, jede Anpassung oder Veränderung die ich vorschlage oder wünsche muss immer erst über die Konzernzentrale. Konzernzentrale heißt in diesen Fällen von dem Mitarbeiter zum nächsten, dann zum nächsten, wieder zu einem anderen. Dann zu einem weiteren … Monate später …

Ich fühle mich immer noch nicht heimisch. Und bin wieder auf der Suche.

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Gedicht

Der blaue Himmel ist zerschunden,

Regenwolken steh´n an seinem Fleck.

Die Leichtheit der Tage verschwunden,

Du blauer Himmel – bleib doch weg!

Oh wie sehn´ ich dich herbei, du dunkle Nacht,

Ohne Mond und Sterne, nur die finst´re Pracht.

Steinpleiser Weihnachtsbackstube

Ich vermute, die Küche war gut eingeheizt, der Tisch freigeräumt von unnötigem Ballast, außer dem Adventsgesteck mit zwei leuchtenden Kerzen. Aus dem Radio leise Weihnachtsweisen. Schneeflocken klopfen leise an das Fenster, zwei Rehe inspizieren den verschneiten Garten.

Die Zutaten sorgsam bereitgelegt, kleine und große Förmchen mit den verschiedensten Motiven. Letzten Montag, dafür hatte sie extra einen Tag Urlaub genommen, buk meine Kollegin MP900400170[1]Plätzchen. Mit einem Teil davon wollten wir uns dann die restliche Arbeitswoche versüßen, zum Fünfzehnuhrkaffee, dazu ein qualmendes Räuchermännlein – noch dürfen sie im Büro rauchen, müssen nicht an die dafür vorgesehenen Inseln getragen werden.

Allein die restliche Urlaubsplanung verdarb uns die Nascherei. Ab Dienstag musste ich dann zuhause bleiben, um den Resturlaub noch abzubauen. In einer E-Mail bat ich sie dann, bis Freitag ein paar Leckereien aufzuheben, da ich diesen Tag wieder arbeiten müsse und kurz vor drei Kaffee kochen wöllte .

Doch am Mittwoch, oder war es Donnerstag, klingelte am frühen Nachmittag ein freundlicher Paketbote und brachte ein Päckchen. Empfänger: ich. Absender: Steinpleiser Weihnachtsbäckerei. DHL fährt Plätzchen aus.

Auf diese Weise ganz liebe Grüße in die Weihnachtsbackstube und vielen Dank.

Satz des Tages, oder: mehr Nonsens geht nicht.

So ganz ohne Absicht, sogar ohne Denken vor dem Sprechen, bemühte ich mich – und es ist mir wohl gelungen – als Verbalakrobat dazustehen; zur Belustigung der Bürogesellschaft. Auch ich habe dann mitgelacht, nachdem der Satz die Gehirnwindungen passiert hatte und das Sinnfreie zutage trat.

Die Vorgeschichte: Ein Bauteil wurde zu viel in das Lager gebucht, ich notierte mir auf einem kleinen Zettel die zu bereinigende Stückzahl und die Artikelnummer. Und zwar 28 St. 28002. Da wir derzeit wieder eine Auszubildende im Büro haben, betraute ich sie mit dieser Aufgabe – unter meiner fachlichen Anleitung – Stornieren wurde noch nicht von Ihr ausgeführt. Im Personalbüro, ihre erste Abteilung im Unternehmen, wird ja anders verfahren. Und beim Eintippen der Teilenummer nahm das Unheil seinen Lauf. Die Nummern beginnen mit einem Buchstaben, die letzten drei Zahlen bezeichnen den Arbeitsgang. Beim Notieren ließ ich diese Kennzeichen weg, sie sind ja im Kopf verankert. Aus Furcht vor meinem „bitterbösen“, nicht Enden wollenden Zorn im Fehlerfall, oder auch aus Angst um eine nicht wohlwollende Beurteilung (welche ich garnicht schreibe), gab sie die Nummer ein, die ich auf das Zettelchen kritzelte. Nun diktierte ich die korrekte Bezeichnung – F280002810 – mit der folgenschweren Bemerkung:

„Wenn ich das aufschreibe, schreibe ich das ja nicht auf.“

Damit meinte ich das F am Anfang und die 810 am Ende. Nun ja, falls auf diesen sinnfreien Satz Kommentare von euch ohne Sinn eintreffen, nehme ich das niemandem übel, genauso wie ich Susann die „falsche“ Nummer nachsah.

Humankapital

Our life is her dirty game,

because the bosses had no brain.

Solch düstere Gedanken fallen mir nur in Englisch ein. Mittlerweile macht die Entlassungswelle auch vor solchen Mitarbeitern nicht mehr halt, die – trotz Krise, und nach halbwegs überstandener derselben – für die Firma unerlässlich sind. Das gibt mir zu Denken. Ohne mich des Defätismus schuldig machen zu wollen, sehe ich in absehbarer Zeit nur noch im Controlling Licht brennen. War es nicht früher üblich, durch Solidarität – sei es durch Lohnverzicht oder andere Instrumente – die Arbeitsplätze zu erhalten? Unverständlicherweise wird über solche Dinge nicht geredet. Zugegeben, ich bin kein Manager, kein Volkswirt, um einen näheren Einblick in bestimmte betriebswirtschaftliche Vorgänge zu haben. Doch trägt ja das Kapital, welches in unseren Köpfen ist, auch zum Erfolg eines Unternehmens bei. Und dieses wird gerade, zur – wohlgemerkt kurzfristigen – Ergebnisverbesserung, weitgehend vernichtet. 

Krisis-Sonett

Aus dem Ofen fließt zäh der Stahl,

und dann macht man ihn aus.

Es war heute das letzte mal,

der zweite Kocher sitzt schon zu Haus.

Die Presse nur noch im Stundentakt kracht,

des Eisens gibt’s schon zu viel.

Der Werker sagt nun Gute Nacht,

macht gute Miene zum bösen Spiel.

Eine Drehmaschine nichts mehr dreht,

einsam in der Halle steht.

Der Gabelstapler nicht fahren will.

Hier weht ein rauer Wind um´s Eck,

und pfeift die Arbeitsplätze weg.

Die Werkshalle liegt totenstill.

Siddhartha

Nun versuche ich mich doch noch daran, etwas über Thich Nhat Hanh´s „Einführung in den Buddhismus“ zu schreiben, obwohl das Lesezeichen sich schon wieder durch andere Bücher gewunden hat.

Es ist ein Roman. Es ist ein Lehrbuch. Es ist eine Biographie.

Es gibt wohl noch mehrere Umschreibungen, vor allem aber ist es für mich ein Lehrbuch. Mit der Maßgabe, wenigstens einige der Lehren Buddhas im Leben anzuwenden.

So wie die Gelassenheit. Wenn das Betriebsklima durch verschiedentliche Nachrichten auf die schlechtere Seite ausschlägt, bleibt man doch ruhiger. Wenn den dreißig Leiharbeitern, die die Fabrik bereits verließen, nun noch 30 Festangestellte folgen – ja, immer gegen Ende des Monats kommt der „Briefträger“ und verteilt diese Mitteilungen des Nichtmehrbenötigtwerdens – so sieht man das Ganze eine Spur gelassener.

Einzig und allein die vielen Namen in Sanskrit bereiten einem Schwierigkeiten, doch können ja nicht alle indischen Könige Rot- oder Drosselbart heißen, um meinen Lesefluss nicht ins Stocken geraten zu lassen.

Der dtv-Verlag schreibt folgendes:

Als der Unberührbare Svasti im Alter von elf Jahren beim Büffelhüten dem Einsiedler Siddhartha begegnet, ahnt er nicht, dass dieser Siddharthasein Schicksal sein wird: Als Mönch begleitet er ihn durch sein langes ungewöhnliches Leben und kehrt selbst als »Ehrwürdiger« nach Hause zurück.
In diesem poetischen Lehrroman rollt Thich Nhat Hanh die ganze Lebensgeschichte Buddhas auf: sein weltliches Leben als Prinz am Hof seines Vaters, seine Ausbildung bei den bekanntesten Meditationsmeistern des alten Indien, seine Erleuchtung in Bodh-Gaya, seine lebenslange Wanderschaft, seine Schüler, seine Widersacher – vor allem aber seine beeindruckende Lehre, die die Welt verändert hat.
Buddha tritt uns in diesem Buch nicht als Gott oder Heiliger entgegen, sondern als Mensch, dem Mitgefühl und Freundlichkeit stets wichtiger waren als großartige spirituelle Erfahrungen.

Tschüss Cheffe

Wehmütig blicke ich auf die vergangenen Jahre zurück. Unser Logistikleiter war gestern zum letzten Mal auf Arbeit. Wie heißt es immer so schön, man sucht neue Herausforderungen. Und so auch er. Es war eine schöne Zeit mit ihm als Leiter. Vielleicht denkt er ja mal zurück und behält „seine“ Abteilung in guter Erinnerung!

Am ersten September kommt dann „der Neue“. Wünsche ich ihm mal viel Erfolg bei uns und dass er sich schnell eingewöhnt.

einfach nur tippen

Ich muss einfach nur etwas schreiben, um nicht ins Grübeln über die Arbeit zu fallen. Das lenkt einen etwas ab. Letzte Woche wurde ich auf einem anderen Arbeitsplatz angelernt, diese und nächste Woche muss ich´s schon allein bringen. Der Chef hat Urlaub und ich soll ihn vertreten. Sein Vorgesetzter hat auch Urlaub, das SAP-Team weilt diese Woche in einem zur Firmengruppe gehörenden Werk in Schweden. „Du könntest ja eine E-Mail schreiben, wenn was wäre.“ Das sagte man mir. Der Fahrer, welcher dann auf die Lieferscheine wartet, wäre sicher hoch erfreut. Irgendwie komme ich mir ein klein wenig verkohlt vor bei der Sache. Zumal ich nicht der Karrieretyp bin, der sich darüber freute, zwei Wochen „Chef“ zu spielen. Vor Jahren, ich glaube es war 1998, kurz vor der Bundestagswahl, bot mir das AA eine Stelle als Hofkehrer an. Manchmal sehnte ich mich danach. Böte es mir doch den ganzen Tag die Gelegenheit, sich über Gott und die Welt Gedanken zu machen, anstatt selbst zu Hause noch über den Tag zu sinnieren, ob man auch alles Recht erledigt hat.

Morgen komme ich eh´ nicht zum Nachdenken. Mittwoch kommen die Handwerker nach Haus, da habe ich noch einiges zu tun, bisschen schrauben, umräumen….

Außerdem habe ich noch einen großen Vorrat an noch nicht gehörter, klassischer Musik und ungetrunkenem Rotwein. Im Augenblick schallt Beethovens 4. Sinfonie aus den Lautsprechern. Als gestern Abend meine Frau von Mittagschicht kam, sagte sie mir das bestimmt nicht alle Hausbewohner auf diese Art Musik stehen und ob ich nicht ein klein wenig die Lautstärke runter drehen könnte. Schließlich hatte ich auch noch die Fenster sperrangelweit auf. Vielleicht gewöhne ich mir an, ab einer gewissen Uhrzeit die Kopfhörer zu aktivieren. Da kann man dann auch auf der Terrasse weiterhören, trinken, schreiben. Falls doch einer der Nachbarn sich nicht unbedingt mit Bruckner, Tschaikowski und Beethoven anfreunden kann.

Den Selbstversuch mit der Terrasse breche ich jetzt ab, es zieht ein Gewitter auf. Nicht auszudenken, wenn der Blitz in die Funkkopfhörer einschlägt und das Gehirn durcheinanderwirbelt. Obwohl, warum auch nicht! Manchmal wäre man dann klüger.

Zickenalarm

Gestern kam ein Fahrer aus dem Büro raus und sagte mir, ich solle ihm 5 Gitterboxen für die Firma OSK aufladen. Daraufhin schickte ich ihn wieder ins Büro zur Kollegin und ließ ihn ausrichten (natürlich in meiner gewohnt netten und liebenswürdigen Art) ob das mittlerweile egal sei, was aufgeladen werden soll oder ob es denn doch bestimmte Teile sein sollen. Nach seiner Rückkehr sagte er mir die Teilenummer. Die Nummern sagten mir zwar nix, aber vielleicht waren es neue Teile und ich kannte sie bestimmt noch nicht. Doch fand ich die Gitterboxen nirgends. Noch mal nachgefragt, „Nein, die müssen da stehen!“ Ein Anruf bei dem zuständigen Fertigungssteuerer brachte dann Klarheit. Er zeigte mir die Teile. Ich wies ihn darauf hin, dass es die Teilenummer soundso ist und die Teile mit der dranhängenden Nummer übereinstimmen. Alsdann erfuhr ich, die Teile haben eine neue Nummer bekommen, wurden aber noch nicht umetikettiert. Ich lud die Gitterboxen auf. „Freudig“ erregt kehrte ich ins Büro zurück und stellte meine Kollegin zur Rede. „Ich habe das auch erst heute früh erfahren“, bekam ich zur Antwort. Mit meiner zuvorkommenden, wirklich netten Art sagte ich ihr, dass sie so was dann ruhig mit erwähnen könnte.

Nu isse beleidigt und spricht nicht mehr mit mir.