Genesen

Nachdem der Buchversand das ersehnte Paket auf Arbeit zugestellt hat – ich erwäge dort einen Zweitwohnsitz zu eröffnen; zwölf Stunden hier, der Rest dort – bessert sich mein Gemütszustand. Charles Bukowski sei Dank. Gleich auf den ersten Seiten wunderbar glitzernde Perlen aus Buk´s Feder.

„Es überrascht mich nicht, daß die Irrenanstalten und Gefängnisse voll sind, und die Straßen auch. Um mich zu beruhigen, sehe ich gern meinen Katzen zu. Die geben mir ein gutes Gefühl. Aber steckt mich nicht in ein Zimmer voll Mitmenschen. Bloß nicht. Besonders an Feiertagen. Bitte nicht.“

Charles Bukowski aus „Den Göttern kommt das große Kotzen“

Und gleich noch etwas bezeichnendes, es trifft auch gut auf die schockierte Kollegin:

„Immerhin rechne ich damit, morgen früh wieder aufzuwachen. Und wenn ich es eines Morgens nicht mehr tue, auch gut. Dann brauche ich keine Fliegengitter mehr, keine Rasierklingen, Rennprogramme und Anrufbeantworter.“

Charles Bukowski aus „Den Göttern kommt das große Kotzen“

SAP +1

Erst einmal vielen Dank für eure Anregungen, dem „Kind“ einen passenden Namen zu geben. So, die erste Woche mit dem Programm überstanden. Und es hätte schlimmer kommen können.

Ein riesengroßes Lob den drei fleißigen „Bienen“ des SAP-Teams – sozusagen unsere Hilfsorganisation – dank ihnen läuft es besser als erwartet. Wenn es klemmt, sind sie sofort zur Stelle.

Paar kleine Aussetzer, ein wenig „Bjoerns Sanddorn Auto Politur“ an den rechten Stellen verteilt, leider immer noch bestimmte Anwender, welche ihre Arbeit nicht ganz so ernst nehmen (das Unwort der Woche: Herr T…); dadurch wieder Verzögerungen und Nacharbeiten.

Ich werde weiter von der Front berichten.

Ein polnisches Programm

beschäftigt mich seit längerer Zeit. Zum 1.7. führt unsere Firma SAP ein. Dies ist auch der Grund für die längere Pause hier. Überstunden, auch am Wochenende, ließen mich den Blog arg vernachlässigen und auch das Lesen und Kommentieren eurer Blogs war eingeschlafen. Doch das ändert sich jetzt wieder.

Böse Zungen auf Arbeit sagen ja SAP – Software Aus Polen, doch kann ich das nicht bestätigen, oder bin ich der Einzige, welcher eine eingedeutschte Version besitzt? Doch lassen wir das lästern, warten den 1. Juli ab, denn dann soll das System zeigen, was es mit uns macht. Die Bedienung komplett anders, das alte Programm war komplett tastaturbezogen, nun dürfen wir wieder die Maus schubsen. Und alles so schön bunt, im Gegensatz zu unserem schwarzen Bildschirm mit gelber oder weißer Schrift und grünen Linien.

Fallen euch noch schöne Umschreibungen für die neue Software ein, dann her damit. Unser altes Warenwirtschaftssystem heißt XPPS, kurz auch als Brain bezeichnet. Mein Synonym dafür:

„No Brain, no Pain“. Doch das lässt sich ja überall anwenden.

Geschockt

Während meiner heutigen Mittagspause sagte eine Kollegin, dass in 15 Jahren ein Komet so dicht an der Erde vorbei gondelt, einschlagen könnte und so für eine neue Eiszeit verantwortlich wäre. Nachdem ich ihr sagte, schlüge der Gesteinsbrocken morgen hier ein, wäre es mir auch egal, war die Mitarbeiterin sehr schockiert. Das konnte sie nicht verstehen.

Erfahrungen

Der Paslamer Literaturwettbewerb gehört nun zur Vergangenheit, die Gewinner sind ermittelt.

Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, dass ich mich daran beteiligte, ohne eine Spur literarischer Vorbildung, ohne je etwas geschrieben zu haben; abgesehen von den Schulaufsätzen, die ja mittlerweile zu Staub zerfallen sind und den Lieferscheinen auf Arbeit – doch dazu braucht´s recht wenig Kreativität. Die Preise wurden ohne mich aufgeteilt.

Welch ein Tor, der sich schon auf dem schriftstellerischen Olymp sieht, dekoriert mit dem Lorbeerkranz des Siegers.

Doch sage ich mir, neues Jahr, neues Glück, so schreibe ich wohl wieder eine kurze Geschichte zum diesjährigen Wettstreit. Doch zuvor werde ich üben. Und immer wieder üben. Gleich morgen schreibe ich drei Lieferscheine mehr.

Unfreiwillige Beförderung

Ich glaube, es war vor drei Jahren, dass ich mich habe überreden lassen, die Frau in unserem Büro während ihres Urlaubs oder einer Krankschreibung zu vertreten. An sich ist das ja nicht so schlimm, die Zeitspanne ist überschaubar und eventuelle Fehler meinerseits wurden von ihr wieder ausgebügelt. Nun ist es ja so, wenn man mal für maximal drei Wochen am Stück Büroarbeit erledigt, also Lieferscheine schreibt, Fahrzeuge koordiniert und all die anderen Sachen erledigt, welche in einem Büro so anfallen, erhält man nicht so einen einen Einblick, als wenn man das Ganze ständig macht. Und jetzt muss ich von einem Augenblick zum nächsten meinen Arbeitsplatz in der Versandhalle mit dem des Büroarbeiters tauschen. Die Kollegin ist schwanger, hat zwar noch einige Monate bis zur Entbindung, doch ist jetzt, von einem Tag zum nächsten, urplötzlich, bis zum Mutterschutz krankgeschrieben. Seit dem bekannt werden ihrer Schwangerschaft hat sie mehrmals angemahnt, eine Vertretung anlernen zu wollen, doch seitens der Firma wurde das irgendwie ignoriert. Ich habe mehrmals bekundet, dass ich als Schwangerschaftsvertretung nicht zur Verfügung stehe, da ich mir diese Arbeit über einen so langen Zeitraum nicht zumuten will. Und nun ist die denkbar ungünstigste Konstellation eingetreten – ich muss bis auf Weiteres ins Büro. Nebenher immer mal mit im Versand arbeiten, die Büroarbeit trotzdem mit erledigen, jeden Tag Überstunden sammeln…. Ich hoffe nur, dass jetzt schnellstmöglich eine Vertretung gefunden wird, zwar muss ich diese dann anlernen, aber immer noch besser wie zwei Jahre auf dem Stuhl zu sitzen, den Chef im Nacken zu haben und jeden Tag bisschen länger zu machen.

Eine neue Gemeinde stellt sich vor

Endlich die eine Woche Mittagschicht – inklusive Überstunden – hinter mir, die liegengebliebene Arbeit zu Hause am Wochenende abgearbeitet, beginne ich wieder mit dem Schreiben.

Vor einiger Zeit las ich bei Piefke über die bayerische Gemeinde Paslam, idyllisch gelegen zwischen Tegernsee und Schliersee. Nun konnte ich nicht umhin, mir selber ein Bild über den Marktflecken zu machen. Fahrt nach Paslam im nächsten Urlaub. Es lohnt sich. Am besten vielleicht ein Besuch in der Adventszeit, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Freundlicherweise lobte die Gemeinde Paslam, unter Schirmherrschaft des ehrenwerten Dr. Tschabobo, einen Literaturwettbewerb aus, an welchem ich mich dann sogleich beteiligte. Seit einiger Zeit überlegte ich schon, mich mal an solch Wettbewerb zu versuchen, Paslam war dann der Auslöser für meine erste literarische Schrift. Dafür gebührt der Gemeinde mein Dank.

Die Sauberkeitskommission

Wie jeden Monatsletzten kam die Sauberkeitskontrolle in unsere Abteilung. Man muss sich das wie den früheren Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden“ vorstellen. Dann gibt es Punkte für Ordnung und Sauberkeit. Oder eben Minuspunkte, wenn nicht alles sooo ordentlich ist. In diesem Fall gab es einen Minuspunkt, wegen eines Papierschnipsels auf dem Hallenboden. Zu dieser Thematik habe ich dann sogar ein Gedicht gefunden, welches aus der Feder des zu Unrecht vergessenen Dichters Wayne Heine stammt.

Warst einst ein stolzer Bogen,
reinweiß, DIN A vier,
man hatte dich betrogen,
du konntest nichts dafür.

Erst bedruckt und dann zerrissen,
du warst der falsche Bericht.
Liegst du nun völlig verschlissen,
auf deinem Angesicht.

Ein Schnipsel fiel herunter,
und wehte hin und her,
und wehte ziemlich munter,
zum Glück war da kein Teer.

Die Kommission: ein Mann und eine Frau,
sie nahmen es sehr genau.
Sie sahen auf dem Boden genug,
das gab dann Punktabzug.

Nun liegst du in der Gruft,
bist jetzt nicht mehr hier.
Schnupperst der Erden Duft,
wir begruben dich um vier.
Am Sarg knabbert eine Maus,
das Gedicht ist aus.

Dach dem Lesen des Gedichtes drängt sich mir die Frage auf, ob Wayne Heine bei Morgenstern in die Schule gegangen ist, oder ob Christian Morgenstern Wayne Heines Werk zur Vollendung führte. Schade, dass über diesen fast vergessenen Schriftsteller so wenig bekannt ist.

Kunststoffzeitung

Heute konnte ich in meiner Tageszeitung, der Papiernen, einen Artikel im Wirtschaftsteil über diese flexiblen Kunststoffdisplays lesen. Die Firma Plastic Logic baut jetzt in Dresden ein Werk, in welchem irgendwann in 2008 mehrere Millionen dieser bruchfesten, zusammenrollbaren „Monitore“ gefertigt werden. Zunächst werden sie noch monochrom hergestellt, doch das soll dem Verwendungszweck keinen Abbruch tun. Bliebe noch übrig, die Energie- und Umweltbilanz abzuwägen, um sich dann die Tageszeitung, oder eventuell ein Buch, sich auf das Display zu laden. Bislang konnte ich mich ja noch nicht mit dem Lesen auf elektronischen Medien anfreunden, abgesehen von Leseproben bei manchen Büchern, doch vielleicht schafft es dieses Display – es bleibt abzuwarten; es ist ja auch eine Preisfrage. Das einzige von mir bislang gelesene „Buch“, welches ich auf dem Handy las, war Theodor Storms „Regentrude“. War aber auch in drei Mittagspausen erledigt. Lob ich mir dann doch die kleinen, gelben Reclams.