StartseiteBücherStormsches Intermezzo

Beim Umräumen des Bücherregals fiel mir ein kleines Büchlein in die Hände, erstaunlicherweise noch ungelesen. Vor ein paar Jahren bekamen wir mal einen Karton mit Büchern, welche die Verwandtschaft nicht mehr wollte. Da es nur ein kleines Buch ist, gut hundert Seiten, Format zirka A6, ist es wohl immer irgendwie durchgerutscht. Doch nun wurde es gelesen.Renate

Eine Liebesnovelle von Theodor Storm, 1878 erschienen. Die Geschichte, wie so viele, spielt in Norddeutschland, namentlich in Husum mit seinen umliegenden Dörfern. Der Pastorensohn Josias verliebt sich in Renate, die Tochter des Hofbauern, welchem eine Verbindung mit dem Teufel nachgesagt wird. Nach dem mysteriösen Verschwinden des Hofbauern in seinem Moor sucht Renate erfolglos nach ihrem Vater. Nachdem es im Moor angeblich spukt, wird Renate der Hexerei bezichtigt und Josias muss seinem Vater, der im Sterben liegt, versprechen, dass er die Hofbauerntochter niemals an den Altar führen wird. Er verlässt das Dorf, um woanders eine Stelle anzutreten. Im Alter zog Josias zu seinem Vetter nach Ostenfelde. Während einer Krankheit kann er nicht mehr an den Gottesdiensten teilnehmen. Zu diesen Zeiten, als sein Vetter die Predigten verlas, wird von einer Frau auf einem Pferd berichtet, welche durch den Ort reitet. An wieder einem Sonntag kommt der Pastor von der Messe heim und findet Josias tot vor. Nun heißt es, die Hexe sei für seinen Tod verantwortlich. Die Erzählung endet mit dem Satz: „Wir aber, wenn Du alles nun gelesen, Du und ich, wir wissen besser, was sie war, die seinen letzten Hauch ihm von den Lippen nahm.“

Eine Erzählung ohne glückliches Ende, wie viele meinen, doch kann man in dem Schluss auch rauslesen, dass Josias nach dem letzten Kuss seiner Renate seelig entschlafen ist.


Kommentare

Stormsches Intermezzo — 3 Kommentare

  1. Die Renate steht auch in meinem Bücherregal. Erworben im Storm-Museum in Husum, blauer Einband, eine Art Museumsedition; Deine Ausgabe sieht allerdings um Längen besser aus!

  2. @ stefan: Das Büchlein ist immer irgendwie und sowieso in den hinteren Reihen herumgerutscht. Wahrscheinlich um sich erst preiszugeben, wenn mein Literaturgeschmack für Herrn Storm empfänglich ist. Auch bei dir kommt die Zeit, dass du die Novellen von Theodor Storm schätzen lernst. Auch eine schöne Novelle ist die Regentrude.

    @ bjoern: Es ist ein Buch aus dem Verlag der Nationen Berlin, 1988, also eine Lizenzausgabe. Ich überlege schon bei diesem Angebot zuzugreifen: http://www.weltbild.de/artikel.php?PUBLICAID=d4fab7ee1dfa100ed72e86618747df94&artikelnummer=266094&mode=art, werde wohl mal meine Schritte, respektive mein Auto, in Richtung der Filiale lenken.

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