StartseiteAllgemeinUnfreiwillige Beförderung

Ich glaube, es war vor drei Jahren, dass ich mich habe überreden lassen, die Frau in unserem Büro während ihres Urlaubs oder einer Krankschreibung zu vertreten. An sich ist das ja nicht so schlimm, die Zeitspanne ist überschaubar und eventuelle Fehler meinerseits wurden von ihr wieder ausgebügelt. Nun ist es ja so, wenn man mal für maximal drei Wochen am Stück Büroarbeit erledigt, also Lieferscheine schreibt, Fahrzeuge koordiniert und all die anderen Sachen erledigt, welche in einem Büro so anfallen, erhält man nicht so einen einen Einblick, als wenn man das Ganze ständig macht. Und jetzt muss ich von einem Augenblick zum nächsten meinen Arbeitsplatz in der Versandhalle mit dem des Büroarbeiters tauschen. Die Kollegin ist schwanger, hat zwar noch einige Monate bis zur Entbindung, doch ist jetzt, von einem Tag zum nächsten, urplötzlich, bis zum Mutterschutz krankgeschrieben. Seit dem bekannt werden ihrer Schwangerschaft hat sie mehrmals angemahnt, eine Vertretung anlernen zu wollen, doch seitens der Firma wurde das irgendwie ignoriert. Ich habe mehrmals bekundet, dass ich als Schwangerschaftsvertretung nicht zur Verfügung stehe, da ich mir diese Arbeit über einen so langen Zeitraum nicht zumuten will. Und nun ist die denkbar ungünstigste Konstellation eingetreten – ich muss bis auf Weiteres ins Büro. Nebenher immer mal mit im Versand arbeiten, die Büroarbeit trotzdem mit erledigen, jeden Tag Überstunden sammeln…. Ich hoffe nur, dass jetzt schnellstmöglich eine Vertretung gefunden wird, zwar muss ich diese dann anlernen, aber immer noch besser wie zwei Jahre auf dem Stuhl zu sitzen, den Chef im Nacken zu haben und jeden Tag bisschen länger zu machen.


Kommentare

Unfreiwillige Beförderung — 11 Kommentare

  1. Klingt ja echt übel! Unbedingt ab und zu an den Boxsack, die Büro-Aggressionen müssen raus!
    Können die die Arbeit nicht wenigstens so verteilen, daß Du nicht so viele Überstunden machen musst? Das ist doch keine Lösung, daß Einer die Arbeit von Zweien macht.

  2. Solche Hauruck-Aktionen kenn‘ ich doch… Oft werden dann die der Abschluss-Prüfung am nächsten stehenden Azubis eingesetzt. Und die sind natürlich für den in Aussicht stehenden Zeitarbeitsvertrag dankbar. Hoffe, Ihr habt Azubis… ? Weil… Dein Chef weiß doch auch, dass Dir Urlaubstage zustehen und dann säh’s noch übler aus…

    Mit erging’s Anfang letzten Jahres ähnlich. Die Dauer der Tortur war nicht absehbar (es waren dann 10 Wochen). Ich glaub‘, ich glich mehr einem Roboter als sonstetwas… auf eine perfide Weise wollte ich irgendwann bloß noch wissen, wie lange ich das noch durchhalte (allein dieser Telefonterror… krieg‘ noch heute Stiche in der Herzgegend, wenn das Telefon häufig klingelt). Fühlte mich zum Wegschmeißen, genierte mich jedoch, zum Arzt zu gehen… weil ich dort garantiert die Fasson verloren hätte…
    Und dann kam Hanne! Das personifizierte Wunder… die Wahnsinns-Super-Arbeitskollegin! … und nach und nach kam ich wieder auf die Beine…

    Ich wünsch‘ Dir, dass es auch bei Dir zu einem guten Ausgang kommt!

    Vadder Rhein lässt Dich grüßen… 🙂

    P. S. Björn’s Idee find‘ ich ganz gut… ich hab‘ zwar nicht geboxt; ich bin gejoggt!

  3. Danke für eure „Genesungswünsche“. Ich würde mir gerne Björns Sandsack und Claudias Hanne borgen, dann wäre es wohl etwas erträglicher.

  4. Auf die anstehenden Office-Tage solltest Du Dich vorbereiten. Mir fallen spontan chinesische Strategeme ein. Habe mal ein Buch gleichen Titels gelesen. Da ist recht viel drin, mit dem Du Dich gegen Taktierereien und Kleinkriege zur Wehr setzen könntest. Greetinx

  5. Das wär‘ vielleicht wirklich ’ne gute Idee! Schenk‘ Dir doch das Buch zu Weihnachten – unbedingt vor den Festtagen besorgen, weil Du da am ehesten zum Lesen kommst. … und mach‘ Dir bloß kein schlechtes Gewissen, wenn Du bei der Arbeit nicht alles schaffst… das tät‘ ja grad noch fehlen!!! 😉 😉 😉

  6. Gestern war ich im Buchladen, der Lesestoff war sowieso ausgegangen, doch ist es wieder ein Roman geworden, den ich nach Hause trug.

  7. Hab‘ am Samstag auch im Bücherladen zugeschlagen…(„Heimliche Gedichte“, Simone de Beauvoir, John Irving und eine Mannheimer Schriftstellerin, Nora Noé) Optimal wär’s jetzt, ohne Internet zu sein, vielleicht auf Björns Berghütte 🙂 ? Mein letzter fetter Schmöker war von Haruki Murakami (Mister Aufziehvogel) … und eine angefangene Biografie über Ludwig XVI. und Marie Antoinette hab‘ ich auch noch… puuuh, ich glaub‘, ich verzieh‘ mich…

    Wünsch‘ Dir eine gute Zeit! 🙂

  8. Hallo Claudia,
    Reclam hat jetzt auch einen Gedichtband herausgebracht, werd ich mir mal ansehen, wenn ich Zeit habe. Sind wohl auch etwas mehr unbekanntere Lyriker vertreten als bei Herrn Reich Ranickis Kanon, obwohl dieser vom Umfang her mehr zu Bieten hat. Ist jetzt auch schon eine Weile her, dass ich den Kanon las, blättere aber immer mal darin, wenn ich ein bestimmtes Gedicht suche. 🙂 P.S. Habe Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ nach Hause getragen.

    Hallo Flocke von Krötengrün,
    als alternative Schwangerschaft könnte ich mir ein Kissen unter´s T-Shirt stecken und meinem Chef sagen, ich wäre auch Schwanger. Freut er sich bestimmt!!! 😉

  9. Hallo Holger,

    stell‘ schon mal den Sekt kalt
    den roten
    ’s Christkind kommt bald
    will mit Dir durch die Weihnachtszeit toben

    Ehrlich gesagt, ich glaube, das Christkind ist auch bloß ein Mensch mit zwei Flügeln… das Reine, Weiße, Güldene, haben wir ihm doch nur angedichtet, oder?

    Schöne Weihnachtsfeiertage! 😉

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