StartseiteGedichteDas Unmögliche

von Charles Bukowski

Van Gogh bittet seinen Bruder um Farbe

Hemingway testet seine Schrotflinte an sich selber

Céline geht als Arzt pleite

die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

 

 

Villon als Dieb aus Paris verbannt

Faulkner betrunken in den Gossen seiner Stadt

die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

 

 

Burroughs erschießt seine Frau

Mailer sticht auf seine mit dem Messer ein

die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

 

 

Maupassant wird wahnsinnig in einem Ruderboot

Dostojewski wird an die Wand gestellt

Crane springt vom Heck in die Schiffsschraube rein

die Unmöglichkeit.

 

 

Sylvia, den Kopf im Gasherd wie eine gebackene Kartoffel

Harry Crosby springt in die Schwarze Sonne

Lorca von spanischen Soldaten auf der Strasse ermordet

die Unmöglichkeit

 

 

Artaud auf einer Bank im Irrenhaus

Chatterton trinkt Rattengift

Shakespeare ein Plagiator

Beethoven mit einem Hörrohr im Ohr

die Unmöglichkeit die Unmöglichkeit.

 

 

Nietzsche unheilbar verrückt

die Unmöglichkeit, Mensch zu sein

allzumenschlich

dieses Atmen

ein und aus

aus und ein

 

 

diese verkrachten

Existenzen

diese Feiglinge

diese Champions

 

 

diese glorreichen

verrückten Hunde

die das Unmögliche tun

und uns diesen

schmalen Hoffnungsschimmer erhalten.


Kommentare

Das Unmögliche — 5 Kommentare

  1. Haben sie das Unmögliche getan, indem sie sich aus der Masse herausschälten?
    Gingen sie zugrunde, weil sie dieses Unmögliche getan hatten?
    Die Tatsache, dass es „diese glorreichen, verrückten Hunde“ gibt, läßt einen leichter atmen: ein und aus – aus und ein… 😉 LG

  2. Ja, ein schönes Gedicht von Buk. Es regt zum nachdenken – und zum nachahmen an. Ich fang schon mal an, neben mir wieder dieses geschwungene Glas mit Traubensaft.

  3. Hallo Holger,
    es könnte von Bedeutung sein, dass Deine Gedanken genauso durchgegoren sind, wie der „Traubensaft“ im geschwungenen Glas….

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