StartseiteBücherTagebuch

Den Göttern muss sein Leben ein Wohlgefallen gewesen sein. So liest sich zumindest sein Tagebuch. image Wer in seinen Tagesablauf blicken möchte, erhält hier einen kleinen Abriss. Empfehlenswerter sind allerdings seine Briefe, welche Bukowski zwischen 1958 und 1994 schrieb und unter dem Titel „Schreie vom Balkon“ veröffentlicht wurden. Ich werde sie noch einmal lesen, schließlich ist es schon über zwei Jahre her, dass der Buchdeckel zu geklappt wurde.

Und das schreibt der Verlag dazu:

»Das Schlimmste: Einige Zeit nach meinem Tod werde ich richtig entdeckt.«
Erstmals in deutscher Sprache: Ein Tagebuch von Charles Bukowski, gnadenlos offen und schonungslos – nicht nur sich selbst, sondern allen gegenüber, die seinen Weg kreuzen. Ein Buch, das Charles Bukowskis Weltanschauung auf den Punkt bringt – illustriert von Robert Crumb.
Abend für Abend sitzt Charles Bukowski vor seinem Computer und schreibt auf, was ihn am zurückliegenden Tag bewegt hat. Leicht bis ziemlich betrunken erzählt er – bar jeder Höflichkeit – von Nachbarn, Freunden, Fans, der Rennbahn, dem Eheleben, dem Schreiben. Er zählt auf, was ihn nervt oder freut, wie sehr ihm das Alter zusetzt und wie es ihn anwidert, wenn Leute versuchen, sich in seiner Berühmtheit zu sonnen.
»Einige Zeit nach meinem Tod werde ich richtig entdeckt. Alle, die mich zu Lebzeiten gefürchtet oder gehasst haben, finden mich jetzt ganz toll. Meine Worte sind überall. Clubs und Gesellschaften werden gegründet. Man macht mich viel mutiger und begabter, als ich es gewesen bin. Es wird übertrieben. Sogar den Göttern kommt das große Kotzen. Die menschliche Rasse übertreibt alles. Ihre Helden, ihre Feinde, ihre Bedeutung.«


Kommentare

Tagebuch — 4 Kommentare

  1. Ich gestehe noch nie einen Bukowsky gelesen zu haben. Was findet ihr nur alle an dem? Ich hab mal einen Roman durchgeblättert, irgendwas mit nem Postboten. Fand ich krank…

    Gibts was von dem, was auch für normale Irre wie mich geschrieben wurde? Ich bitte um Aufklärung, gerne per Mail.

    Liebe Grüße!

  2. Lieber Holger,

    „…und wie es ihn anwidert, wenn Leute versuchen, sich in seiner Berühmtheit zu sonnen…“
    Hmmm… versuchen wir nicht alle, ein wenig Sonne abzubekommen? Auch die, die keinen Sonnenplatz abbekommen haben? 🙂

    Wenn ihm Berühmtheit nicht gefällt, warum will er dann berühmt sein?

    Ist mir nur so durch den Kopf gegangen, als ich diese Zeilen gelesen habe. Und ich bin nicht sicher, ob dieser Autor mir sympathisch ist, ich mag Höflichkeit. 🙂 Auch wenn es sicher mal Situationen gibt, wo Höflichkeit nicht mehr angebracht ist.

    Liebe Grüße,
    Martina

  3. Ich geb’s zu… ich mag Buk aus der sicheren Entfernung. Man kann das Buch ja immer noch zuklappen, wenn’s darin zu schonungslos zugeht; aber die Selbstironie gefällt mir:

    „Bloß ein alter Sonderling
    mit goldenen Flügeln
    einem wabbeligen weißen Bauch
    und Augen, vor denen die Sonne
    in Ohnmacht fällt.“ (Retour)

    Das hat was!
    LG 🙂

  4. Hallo ihr lieben,
    Einer mag ihn, der andere nicht. Buk schrieb nicht, um berühmt zu werden. sondern weil es aus ihm raus musste. Gut, es gibt manche Stellen, da möchte man wirklich zu klappen. Oder man liest ´ne Seite später weiter.
    Liebe grüße
    Holger

Schreibe einen Kommentar