StartseiteBücherkeine Pauschalreise

Jetzt, zu Zeiten einer allgemeinen Pilgerschwemme (jeder muss anscheinend den Jakobsweg gehen), war doch Hermann Hesses „Morgenlandfahrt“ eine willkommene Reisebeschreibung. Darüber möchte ich euch einladen, Selbiges nachzuerleben. Machen wir uns auf, unser eigenes Morgenland zu entdecken. Nehmen wir unsere Freunde mit auf diese Reise nach Hause. Ist es doch weniger eine Region, oder gar ein Land, welches bereist wird, sondern eine Reise – Pilgerfahrt ist wohl der bessere Ausdruck – wie Hesse es so beschreibt:

„… sondern es strömte dieser Zug der Gläubigen und sich Hingebenden nach dem Osten, nach der Heimat des Lichts, unaufhörlich und ewig, er war immerdar durch alle Jahrhunderte unterwegs, dem Licht und dem Wunder entgegen, und jeder von uns Brüdern, jede unserer Gruppen, ja unser ganzes Heer und seine große Heerfahrt war nur eine Welle im ewigen Strom der Seelen, im ewigen Heimwärtsstreben der Geister nach imageMorgen, nach der Heimat.“

Also packen wir unseren Rucksack und nehmen unsere Seelenverwandten mit nach dem Morgenland.

Der Suhrkamp-Verlag schreibt folgendes dazu. »Hermann Hesses Erzählung berichtet von dem Geheimbunde der Morgenlandfahrer, der die in allen Völkern und Zeiten zerstreute Gemeinschaft der Gläubigen, der Träumer, Dichter, Phantasten darstellen soll, symbolisch in ein gleichzeitiges Schicksal zusammengefaßt. Die erzählerische Anmut im einzelnen und die Sicherheit, mit der die Geschehnisse zwischen Traum und Wirklichkeit gehalten und auf dieser Ebene glaubhaft gemacht werden … das rührend Märchenhafte, Kindliche und Romantische darin, das alles läßt nicht leicht erkennen, daß Hesse hier ebenso ein Bekenntnisbuch geschrieben hat wie im „Steppenwolf“, nur einheitlicher und mehr zur Erzählung geformt als dort.«


Kommentare

keine Pauschalreise — 11 Kommentare

  1. Deine Hesse-Begeisterung hält ja schon eine ganze Weile an. Welches ist denn Dein Liebstes von ihm? (Klein und Wagner? 😉 )

  2. Ach, so viel habe ich noch gar nicht von ihm gelesen. „Siddhartha“ ist wohl mein Favorit, doch will ich keine Wertung abgeben, es las sich alles sehr gut. Wenn nur nicht die Gesamtausgabe so sündhaft teuer wäre.

  3. Lieber Holger,

    einfach schön, dieser Lesetipp.
    Jetzt muss ich das Werk nur noch lesen…

    Danke und liebe Grüße, Ulf

  4. Gesamtausgaben sind aber klasse. Ärgere mich immer noch, daß ich damals in London die Joseph Conrad-Ausgabe im Laden ließ.

  5. Lieber Holger,
    es passt nur am Rande zum Thema, aber gerade eben hab‘ ich das Buch von Hilde Domin „Aber die Hoffnung“ angefangen zu lesen. Sie beschreibt darin ihre Begegnung mit Hermann Hesse:
    „Wie ich ihn so sah, ausgedörrt und quicklebendig in dieser fast knisternden Luft, mußte ich daran denken, wie er als junger Mann im Zug von der Versuchung geplagt wurde, die Notbremse zu ziehen. In dem alten H.H., in all seiner Zerbrechlichkeit, ist der junge H.H. so spürbar, daß ich ihm diesen Wunsch auf der Stelle noch zutraute: Hermann Hesse, Nobelpreisträger, bringt den TEE Lugano-Mailand zum Stehen. Er könnte es glatt tun, noch heute, mit 82.“ LG 🙂

  6. Liebe Claudia,
    das hört sich ja auch gut an, was du da gerade liest. Da könnte man ja neidisch werden, zumal ich mich gerade mit Herrn Rushdie rumquäle.
    LG Holger

    Lieber Ulf,
    es freut mich, wenn ich dir einen Lesetipp geben konnte, allein die Zeit zum Lesen kann ich dir nicht geben. Meine Buchseiten blättern sich auch nicht mehr so schnell um wie vor ein paar Monaten.
    LG Holger

  7. Lieber Holger,
    da hast du mich doch an etwas erinnert.
    „Die Morgenlandfahrt“ gehört zu den wenigen Büchern von Hesse, die ich noch nicht gelesen habe.

    Meine Favoriten von ihm sind „Unterm Rad“, „Steppenwolf“ und „Narziss und Goldmund“
    Die gehören zu den Büchern, die ich nicht nur einmal gelesen habe.

    … Gemeinschaft der Gläubigen, der Träumer, Dichter, Phantasten … ohja, da pass ich gut hin. Ich werd mir das Buch gleich besorgen.

    Danke Holger und liebe Grüße
    von
    Sabine

  8. Lieber Holger,

    Geheimbund der Morgenlandfahrer klingt interessant. Da fällt mir ein, dass ich noch immer nicht “Siddhartha” gelesen habe, was wohl daran liegt, dass ich es noch gar nicht besitze und noch einige andere ungelesene Bücher hier herumliegen. *seufz*

    Ich sehe, dass du gerade ein Buch von Rushdie liest. Vor einiger Zeit haben wir von unserem Autorenstammtisch aus eins von ihm gelesen: „Harun und das Meer der Geschichten“. War schon irgendwie interessant, ein Märchen mit einer Menge Symbolik drin, aber nicht immer so einfach zu lesen. Diese Namen… und manchmal war es mir etwas zu phantastisch. Aber schlecht war es auch nicht. Geschmacksache halt. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

  9. Hallo Holger,

    Vielen Dank für Typ. Die Morgenlandfahrt noch nicht gelesen (das Buch kam leider nie in meine Hände…und das hole ich mir nach). Steppenwolf und Siddhartha fesselten mich…später fand ich sein Gedankengut (wenn auch anders verpackt) ansatzweise in Büchern von Carlos Castaneda

    Rumquälen mit Salman Rushdie? Rushdies Bücher sind zwar dick – zwischen 550 und 800 Seiten: Des Mauren letzter Seufzer, Die satanischen Verse, Shalimar der Narr, Der Boden unter ihren Füßen, Mitternachtskinder…aber glauben Sie mir bitte, es lohnt sich…

    Mit freundlichen Grüßen
    @miro

  10. Ups, da habe ich ja eine Lawine los getreten, alle rennen in die Buchläden und wollen Hesses „Morgenlandfahrt“ kaufen. Das freut mich ja.

  11. Hallo Miro,

    von mir aus können wir auch „Du“ sagen.
    Ja, Siddhartha las ich gleich zwei Mal hintereinander, musste ich einfach tun. Jetzt lese gerade Mitternachtskinder von Salman Rushdie – die ersten gut hundert Seiten war bisschen Quälerei, bis man sich mal eingestellt hat auf seinen Stil. Aber langsam finde ich mich in das Buch hinein.
    Liebe Grüße,
    Holger

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