StartseiteAllgemeinEinkaufsbummel

Ich tat es wieder, ich las die großformatigen Reklameanzeigen der örtlichen Einkaufsmärkte. Und würde fündig.

„Das Kilo für 5 €!“ Gleich nach der Arbeit, so nahm ich es mir vor, wollte ich das Superschnäppchen erwerben. Schleppend, die Zeit wie angestemmt, verlief der Tag. An nichts konnte ich denken, außer an meinen bevorstehenden Einkauf. Der Feierabend kam, rein ins Auto und voller Vorfreude Richtung Supermarkt. Die linke Hand zuckte ein wenig, wollte den Blinkerhebel bedienen. Das Gehirn meldete sich: „Hier rechts abbiegen und in vier Minuten bist du zu Hause.“ Doch ich blieb stark. Fuhr ungehemmt weiter. Nun ist es kein Leichtes, auch in einer 96.000 Einwohner zählenden Stadt nicht, vom Ortseingang bis fast ans andere Ende der Stadt zu fahren. Wer mag nicht den Berufsverkehr, sich langsam vorwärtsquälende Blechwürmer, Baustellen und, immer auf Rot schaltende Ampeln, wenn man sich denn ihnen nähert. Auch diese Odyssee brachte ich hinter mich.

Und nun stand ich da; vor längerer Zeit habe ich bei ähnlicher Gelegenheit drei Bücher für neun Euro bekommen. Heute bekam man ein Kilo Bücher für fünf Euro. Ich sah mich schon mit vier, fünf Kilo in der Einkaufstasche den Heimweg antreten. Langsam trete ich an die überquellenden Körbe heran, mir das Beste herauszusuchen. Doch was ist das. Kochbücher über Kochbücher, Lebensratgeber wetteifern mit Fitnessbroschüren, wer den meisten Platz einnimmt. Dazwischen inhaltslose Kinderbücher, einige Romane, welche doch niemand lesen will. Nach halbstündiger Suche fuhr ich, mit leerem Beutel, wieder ans andere Ende der Stadt. Ich liebe Schnäppchenjagd!


Kommentare

Einkaufsbummel — 6 Kommentare

  1. Hallo Holger,

    wieso wurdest Du eigentlich fündig (lies den 2. Satz), wenn Du gar nichts mitgenommen hast?

    Ich glaube, ein Paradies würden für Dich antiquarische Bücherläden darstellen… gibt es die bei Euch?

    War vor kurzem in Heidelberg und war froh, dass ich mir nicht so arg viele Bücher gekauft hatte: Ich schleppte sie nämlich während der langen, verzweifelten Suche nach meinem Auto mit mir herum… seufz.
    Es war nicht abgeschleppt oder so, ich fand’s bloß nicht mehr… jedenfalls nicht so schnell. 😉

    LG

  2. Das fündig bezog sich doch auf ein Angebot, welches ich im Werbeprospekt fand und wahrnehmen wollte.
    Ich merke mir immer die Reihe, in welcher ich das Auto abstelle. Leider hat das Kurzzeitgedächtnis beim Rückweg immer kurze Aussetzer. Also haben wir die gleichen Probleme. Eine Alternative wären ja die kleinen Fähnchen, welche man jetzt nicht mehr so oft an den Autos sieht. Aber lieber suchen wir ohne Flagge unsere Autos, gelle?
    Antiquarische Buchläden gibt es zwei, aber sie sind nicht so nach meinem Geschmack.

    Und da wir gerade beim Geschmack sind: Meine Frau kann kochen, wozu brauche “ich” dann Kochbücher? Kochen ist für mich sowieso eine recht suspekte Angelegenheit. Ich kann es nicht und will es auch nicht lernen.
    Liebe Grüße
    Holger

  3. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber Du hast mich aufs Glatteis geführt.
    5 Euro für ein Kilo Kartoffeln. Deshalb fährt man doch nicht durch die ganze Stadt.
    Ehrlich gesagt: Es ist eine für mich total fremde Vorstellung, Bücher nach Masse/Gewicht zu kaufen.
    Ich gehe auch nicht in 1-Euro-Läden.
    Ich kaufe nicht „Was gibt es?“
    Ich kaufe nur „Was brauch ich?“

    🙂 meistens…

    Liebe Grüße,
    Ulf

  4. Lieber Ulf,
    bei solcher Gelegenheit erstand ich schon „Sämtliche Gedichte“ von Tucholsky und Fontane sowie Dostojewskis „Idiot“. Deshalb wollte ich dahin. Ein Euro Läden meide ich auch.
    Liebe Grüße
    Holger

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