StartseiteBücherDas Spiel des Engels

Es ist einer der im Augenblick meistgekauften Romane, in der Spiegelliste derzeit auf Platz eins und ich kaufte es dennoch. Trotz meiner Abneigung zu den Top-Büchern auf all den Bestsellerlisten, welche eigentlich nur darüber Auskunft geben, wie oft das Buch verkauft wird, nicht über den Gehalt zwischen den Buchdeckeln. Doch es steht zu Recht dort.

Carlos Ruiz Zafon hat seinem Erfolgsroman „Der Schatten des Windes“ ein ebenbürtiges Werk zur Seite gestellt. image

Wieder geht es um den mystischen „Friedhof der vergessenen Bücher“, einen Schriftsteller, eine Buchhandlung, um Liebe und Leiden sowie das Barcelona Anfang des 20. Jahrhunderts. Dank Zafons Ich-Erzählweise fühlt man sich richtig hinein versetzt in das Leben zwischen den alten Vierteln der Stadt. Man geht mit ihm die alten Gassen entlang, trinkt seinen Kaffee in der Buchhandlung Sempere und lässt sich von der, mitunter recht düsteren, Atmosphäre verzaubern. Laut Carlos Ruiz Zafon ist dieser Roman eine Hommage an die Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Und so darf auch ein klein wenig großer, faustscher Literaturgeschichte nicht fehlen: David Martin, die Hauptfigur des Romans, nahm das Angebot des Verlegers Corelli an, ein Auftragswerk zu schreiben, eine neue Religion zu erfinden, und erhielt selbstverständlich außer dem Honorar eine Gegenleistung… Hat hier der Teufel seine Hand im Spiel?

Der Fischerverlag schreibt:

Wir schreiben das turbulente Jahrzehnt vor dem Bürgerkrieg, als alles aus den Fugen gerät. Die Bevölkerung Barcelonas explodiert, die Stadt expandiert, Gaudí erschafft seine Kathedrale, Banden kontrollieren ganze Stadtviertel und die Anarchisten zünden ihre Bomben. Der junge David Martín fristet sein Leben als Autor von Schauergeschichten. Als ernsthafter Schriftsteller verkannt, von einer tödlichen Krankheit bedroht und um die Liebe seines Lebens betrogen, scheinen seine großen Erwartungen sich in nichts aufzulösen. Doch einer glaubt an sein Talent: Der mysteriöse Verleger Andreas Corelli macht ihm ein Angebot, das Verheißung und Versuchung zugleich ist. David kann nicht widerstehen und ahnt nicht, in wessen Bann er gerät…
Mit unwiderstehlicher erzählerischer Kraft lockt uns Carlos Ruiz Zafón wieder auf den Friedhof der Vergessenen Bücher: mitten hinein in einen Kosmos voller Spannung und Phantastik, Freundschaft und Liebe, Schrecken und Intrige. In eine Welt, die vom diabolischen Wunsch nach ewigem Leben und Ruhm regiert wird.


Kommentare

Das Spiel des Engels — 5 Kommentare

  1. Hallo Holger,
    da bekomm‘ ich ein recht schlechtes Gewissen, weil ich momentan kaum lese…
    Deine Beschreibung des Buches von Carlos Ruiz Zafón macht aber neugierig, und ich bin am Überlegen, ob ich es mit diesem Buch schaffen könnte, die Zeit des Nicht-/Kaumlesens zu beenden…
    Vielen Dank für den Tip! … und den Link geb‘ ich auch weiter.
    Liebe Grüße.

  2. Lieber Holger,

    hört sich interessant an. Ich habe damit auch schon geliebäugelt, da ich „Der Schatten des Windes“ auch ganz gut fand. Irgendwann werde ich das bestimmt auch noch lesen. 🙂

    Lieben Gruß,
    Martina

  3. Lieber Holger,

    danke für den Tip.
    Deine Beschreibung hat mich neugierig gemacht.

    Obwohl ich für „der Schatten des Windes“ ein wenig gebraucht habe. Irgendwie war ich nicht in der Stimmung …

    Liebe Grüße,
    Sabine

  4. Wenn Du eine Sache beschreiben solltest, die Dir bei dem Buch am allerbesten gefallen hat, was wäre das?

    Selbst seit mehreren Tagen vehementer Ferfechter der Triaden-Theorie. Immer drei Bücher von einem Autor. Bin nach drei Dingern von Grass jetzt bei drei Bänden Autobiographie von Elias Canetti angekommen. Ist keine schlechte Methode. Vielleicht, weil ich lange auswähle – immerhin stecke ich dann drei Bücher lang drin …

  5. Ja, lest diesen Roman. Allein schon der Sprache wegen. Zafon könnte ihn auch schon vor siebzig Jahren geschrieben haben, obwohl er ein Zeitgenosse ist.
    Was hat mir am besten gefallen? Bestimmt die Beschreibungen des Wohnsitzes von David Martin, „Das Haus mit dem Turm“ und sein Leben darin.
    Liebe Grüße,
    Holger

Schreibe einen Kommentar