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Our life is her dirty game,

because the bosses had no brain.

Solch düstere Gedanken fallen mir nur in Englisch ein. Mittlerweile macht die Entlassungswelle auch vor solchen Mitarbeitern nicht mehr halt, die – trotz Krise, und nach halbwegs überstandener derselben – für die Firma unerlässlich sind. Das gibt mir zu Denken. Ohne mich des Defätismus schuldig machen zu wollen, sehe ich in absehbarer Zeit nur noch im Controlling Licht brennen. War es nicht früher üblich, durch Solidarität – sei es durch Lohnverzicht oder andere Instrumente – die Arbeitsplätze zu erhalten? Unverständlicherweise wird über solche Dinge nicht geredet. Zugegeben, ich bin kein Manager, kein Volkswirt, um einen näheren Einblick in bestimmte betriebswirtschaftliche Vorgänge zu haben. Doch trägt ja das Kapital, welches in unseren Köpfen ist, auch zum Erfolg eines Unternehmens bei. Und dieses wird gerade, zur – wohlgemerkt kurzfristigen – Ergebnisverbesserung, weitgehend vernichtet. 


Kommentare

Humankapital — 3 Kommentare

  1. Um ehrlich zu sein – ich muss mich schon anstrengen, um irgendein Licht an irgendeinem Tunnel sehen zu können.

    Ich bin auch kein Experte. Aber es scheint, als reagierten manche Unternehmen vorausschauender und setzten auf Kurzarbeit oder ähnliche Maßnahmen, um die Leute zu halten – für die Zeit wenns wieder aufwärts geht.

    Andere scheinen diese Phase zu nutzen, um in Ruhe schrumpfen zu können.

    Nur – manche können wahrscheinlich gar nicht anders. Wenn ich an die Zuliefererindustrie denke, die wurde von ihren Kunden nicht gerade überbezahlt … da schrumpft die Kapitaldecke schnell …

    Nachdenkliche Grüße
    von
    Sabine

  2. Guten Morgen, Holger,

    „Doch trägt das Kapital, welches in unseren Köpfen ist, auch zum Erfolg eines Unternehmens bei.“
    Das ist beeindruckend formuliert und trifft den Nagel auf den Kopf! Aber gerade diese Tatsache findet keine Wertschätzung; die Wichtigkeit wird nicht erkannt.

    Liebe Grüße.

  3. Vergessen wir nicht, daß wir alle es waren, die die Sache ins Rollen gebracht haben. Nicht nur die Manager, sondern auch die Bäcker, Zeitungsausträger und Arbeitslosen haben Parteien gewählt, die Schritt für Schritt den Finanzmarkt dereguliert haben. Und das war nicht geheim.
    Kann mich noch genau an die warnenden Stimmen in den 90ern erinnern, die genau diese Krise als Szenario entwarfen. Kluge Leute. Nicht nur Linke.
    Aber in den Talkshows ernteten sie nur müdes Gehüstel („Ja ja, aber mit Protektinismus kommen wir heute doch nicht weiter …“).
    Wie bei Peter Scholl-Latour, der am Beginn des Irak-Feldzuges vor den Folgen gewarnt hat. Und ausgelacht wurde, weil sich niemand vorstellen konnte, daß Amerika so eine ‚Wüsten-Horde‘ nicht in den Griff bekommen würde.
    Kurz: Wir alle haben’s verbockt.
    Was die frühere Solidarität betrifft: Bin nicht sicher. Die Marktwirtschaft hat eine ganz, ganz üble Manchester-Vergangenheit.

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