StartseiteAllgemeinSaubere Tinte

Allenthalben liest man vermehrt von erschienenen und noch zu bauenden Lesegeräten mit elektronischer Tinte. Ein wahrlich löbliches Unterfangen. Vor zwei Wochen hatte ich nämlich wieder schulkindtintenbekleckste Hände nach dem Wechsel einer Füllhalterpatrone. Zugegeben, diese Technik ist zum Lesen gedacht, man nimmt ja Papier um mit einem Federhalter zu Schreiben. Dennoch gibt es Leute, welche dann und wann auch mal in ein Buch etwas reinschreiben; oder in eine Zeitung. So wie ich. Und für diese ist dann die saubere Tinte – oder auch nicht. Jüngst stand doch in einem Buchladen ein viel beworbener E-Book Reader zum probieren. Vier Seiten habe ich mir gegönnt. Die Schrift ist wie gestochen, es liest sich flüssig. Möchte man etwas markieren oder eine Anmerkung notieren – nimmt man Zettel und Stift. Es geht nicht anders. Gewährt wird einem aber das Setzen von Lesezeichen. Einen ausführlichen Testbericht gibt es beim Literaturcafé. Die Preisgestaltung ist auch zu überdenken. Dreihundert Euro für das Gerät zuzüglich der elektronischen Bücher, welche nur marginal billiger als die gedruckten Ausgaben sind.

Die angekündigten Reader mit größerem Display, welche von den Zeitungsverlagen aus Kostengründen herbei gesehnt werden, sind für mich kein Ersatz für eine papierne Zeitung. Man stelle sich einen Abend auf der Couch vor, die Frau sieht fern und der Gatte drückt zum Umblättern der Zeitung einen Knopf. Um wie viel heimeliger, familienfreundlicher ist doch eine großformatige Printausgabe a la ZEIT, welche in den spannendsten Momenten des Kriminalfilmes umgeblättert und glatt gestrichen wird. Auf derartige Gegebenheiten möchte ich keinesfalls verzichten.


Kommentare

Saubere Tinte — 6 Kommentare

  1. Ja, lieber Holger, und was man mit der Zeitung noch so alles machen kann. Abfälle drin einwickeln, beim Malen, Basteln und Kleben als Schutz drunter legen, Pappmaché herstellen, Fensterscheiben blankreiben (habe ich zumindest mal gehört), zum Ausstopfen in Paketen verwenden und und und… 🙂 Also ohne Zeitung geht es nun wirklich nicht.

    Und Bücher lese ich auch lieber in alter Form.

    Liebe Grüße,
    Martina

    P.S. Ich schreibe übrigens oft noch mit richtiger Tinte in mein Kreativbuch. Ist einfach schöner. 🙂

  2. Lieber Holger, liebe Martina,

    es mag zwar etwas „unter der Gürtellinie“ sein, aber ich erinnere mich noch daran, dass es Zeiten gab, in denen aus Gründen der Sparsamkeit quadratisch zugeschnittenes oder zugerissenes Zeitungspapier an einem Abreißhaken hing, um die Investition in Klopapier zu vermeiden.

    Ich setze noch einen drauf, und dann ist aber auch schon Schluss: Am wenigsten gemocht habe ich glattes Hochglanzzeitungspapier, Ihr wisst warum…

    Ansonsten, ja: Diese Ich-Lebe-Noch-Handlungen, wie etwas das Umblättern und Glattstreichen der ZEIT, die haben etwas Gemeinsamkeit Stiftendes…

    Nur schade, dass die ZEIT jetzt den Kulturteil umgestellt hat aber ein kriminalfilmfreundlicheres Format.

    heftig grins

    Liebe Grüße,
    Ulf

  3. Ihr lieben Zwei,

    auch ich kenne noch die vielen Möglichkeiten, eine Zeitung der nächsten Verwendung zuzuführen. Das mit den Fensterscheiben blank reiben funktioniert, liebe Martina. Selbst schon probiert. Und, lieber Ulf, die Aversion gegen Zeitschriften mit Hochglanzpapier ist auch mir gegeben. Am Freitag las ich, des Familienfriedens wegen, nur das ZEIT-Magazin. Den Kulturteil, also das Feuilleton, gibt es noch. Die haben das etwas ausgedehnt und mit der Literatur-Rubrik zusammen gelegt. Die Beilage war nur über den Kultursommer.

    Liebe Grüße,
    Holger

  4. Lieber Holger,

    dann bin ich beruhigt… 🙂

    Aber ist denn das ZEIT-Magazin nicht auch hochglanzig?

    Liebe Grüße,
    Ulf

  5. Ja, das ZEIT-Magazin ist Glanzpapier. Beim „Lesen“ des Magazins ist mir das Papier egal. (Und im Auto habe ich auf der Hutablage ein gehäkelte Mütze) Jetzt kann es sein, dass du den letzten Satz nicht verstehst. Bei Bedarf kann ich das näher erklären.

    Liebe Grüße,
    Holger

  6. Lieber Holger,

    ich will jetzt auch gar nicht wissen, was Du für ne Automarke fährst. Grins. Ich weiß es.
    Umhäkelte Klorollen und Hut-aufem-Kopf, das bringe ich nur mit einer Marke in Verbindung.
    Alleine deshalb sollte sie uns erhalten bleiben…

    Liebe Grüße,
    Ulf

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