StartseiteBücherWir sind dann mal weg – oder Die Welt ohne uns

Diesen Satz werden die sächsischen Schwäne wohl sagen, um schnellstens dem Freistaat zu entfliegen. Oder sagen wir dann: Ihr seid dann mal weg.

Ein Rassegeflügelzuchtverband fragte beim zuständigen Ministerium an, wild lebende Schwäne abschießen zu dürfen. Vorsorglich, da die Wildvögel ja den Vogelgrippevirus verbreiten. Die dunklen Zeiten, in denen Tiere nur so gejagt wurden, weil sie eine Gefährdung darstellten, wähnte ich vorbei. Doch dem ist wohl nicht so.

Besser wäre es, den umgekehrten Fall zu betrachten. Die Menschen verschwänden, aus welchen Gründen auch immer, von der Erde. Diesem Thema hat sich jetzt der amerikanische Wissenschaftsautor Alan Weisman gewidmet. In seinem Buch „Die Welt ohne uns“ spielt er das Szenario durch, wenn wir uns alle von Mutter Erde verabschieden würden. Es wäre gar nicht so schlimm. Die Natur regenerierte sich schneller als gedacht. Allein die von uns produzierten und in Umlauf gebrachten Gifte überdauerten noch einige hunderttausend Jahre, ehe sie abgebaut sind. Ein Artikel in der „Welt“ ließ mich dieses Buch entdecken.

Links: http://www.worldwithoutus.com/index2.html

http://www.welt.de/wissenschaft/article1110033/Wenn_der_Mensch_auf_einmal_weg_waere….html

http://www.libri.de/shop/action/productDetails/6566150/alan_weisman_die_welt_ohne_uns_3492051324.html


Kommentare

Wir sind dann mal weg – oder Die Welt ohne uns — 2 Kommentare

  1. Kleine Seitenabzweigung: liegt der Idee von Weisman nicht eine Trennung von Mensch und Natur zugrunde? Mich überkommt immer ein seltsames Gefühl wenn der Mensch aus seiner Umwelt abgelöst wird, als könne er allein selbstbestimmt handeln. Könnte dieser Gedanke nicht dazu führen daß man sich als Mensch unabhängig und schließlich unberührbar fühlt? Was wir tun ist nicht einzigartig. Denken wir nur an die Schaffung einer Sauerstoffatmosphäre durch Algen – mit Sicherheit ein nie gesehener Massenmord an allen Arten, für die das Gas toxisch war. Auch wenn ich alles andere als einverstanden bin: Auch unsere Umweltverschmutzung halte ich für einen Teil der Natur.

  2. Nun, ich glaube nicht, dass Weisman Natur und Mensch trennen will. Ihm geht es wohl um ein „Was wäre wenn …“ Szenario. Er möchte bestimmt nicht den Mensch aus der Natur extrahieren und für sich betrachten, da wir ja doch bis zu einem gewissen Grad ein Teil der Natur sind. Das Buch soll eher zum Nachdenken anregen, der Autor glaubt ja auch nicht, dass die Menschen alle verschwinden müssen. [Leider ;-)] Die von uns gemachte Umweltverschmutzung sehe ich nicht als Teil der Natur, da sie ja ein Produkt der Menschen ist. Ja, ich weiß, ein breites Feld, um darüber zu philosophieren. Jedenfalls steht das Buch jetzt auf meinem Wunschzettel, und ich werde weiter darüber berichten, wenn es denn dann Aufgeschlagen auf meinem Nachtschrank liegt

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