StartseiteBücher„Erzählungen“ – Heinrich Böll

Schon seit einiger Zeit ausgelesen, doch komme ich jetzt erst dazu, das Buch vorzustellen. Versammelt sind 75 Erzählungen, von den Anfängen seiner Schriftstellerei 1937 bis ins Jahr 1982. Als Zugabe noch den Essay „Gibt es eine deutsche Story?“

Böll verarbeitet in seinen Erzählungen, als zuweilen politischer Schriftsteller, die Erlebnisse des 2. Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Später dann ergreift er Partei für jene, die aufgrund ihrer politischen Ansichten mit Berufsverbot bedrohten oder belegt wurden, wie in Du fährst zu oft nach Heidelberg. Nicht zu vergessen die hervorragenden Satiren Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral sowie Dr. Murkes gesammeltes Schweigen, in der er die Rundfunkanstalten karikiert. Doch die meisten Funkhäuser haben wohl nichts daraus gelernt. Den Reigen schließt dann die Humoreske In welcher Sprache heißt man Schneckenröder.

Ein im Laufe der Zeit, meines Erachtens nach ab den sechziger Jahren, immer besser werdender Heinrich Böll, hat den 1972 verliehenen Nobelpreis für Literatur zu Recht verdient. Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, zum Sonderpreis von 10 Euro.


Kommentare

„Erzählungen“ – Heinrich Böll — 2 Kommentare

  1. Habe nur „Ansichten eines Zauns“ von ihm gelesen. Die Verdrängung dieser Tristess ist fast vollendet. Sicher finde ich ihn wichtig und politisch ein guter Einfluss – hat mir aber kein Spaß gemacht beim Lesen. Dieser Nachkriegsstil …

  2. Aus diesem Grund konnte ich mich auch erst ab den 60-er Jahren mit seinem Werk anfreunden. Das liegt wohl mit daran, dass ich diese Zeit nicht erlebt habe; wurde ja erst später auf die Welt gesetzt.

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