Steinpleiser Weihnachtsbackstube

Ich vermute, die Küche war gut eingeheizt, der Tisch freigeräumt von unnötigem Ballast, außer dem Adventsgesteck mit zwei leuchtenden Kerzen. Aus dem Radio leise Weihnachtsweisen. Schneeflocken klopfen leise an das Fenster, zwei Rehe inspizieren den verschneiten Garten.

Die Zutaten sorgsam bereitgelegt, kleine und große Förmchen mit den verschiedensten Motiven. Letzten Montag, dafür hatte sie extra einen Tag Urlaub genommen, buk meine Kollegin MP900400170[1]Plätzchen. Mit einem Teil davon wollten wir uns dann die restliche Arbeitswoche versüßen, zum Fünfzehnuhrkaffee, dazu ein qualmendes Räuchermännlein – noch dürfen sie im Büro rauchen, müssen nicht an die dafür vorgesehenen Inseln getragen werden.

Allein die restliche Urlaubsplanung verdarb uns die Nascherei. Ab Dienstag musste ich dann zuhause bleiben, um den Resturlaub noch abzubauen. In einer E-Mail bat ich sie dann, bis Freitag ein paar Leckereien aufzuheben, da ich diesen Tag wieder arbeiten müsse und kurz vor drei Kaffee kochen wöllte .

Doch am Mittwoch, oder war es Donnerstag, klingelte am frühen Nachmittag ein freundlicher Paketbote und brachte ein Päckchen. Empfänger: ich. Absender: Steinpleiser Weihnachtsbäckerei. DHL fährt Plätzchen aus.

Auf diese Weise ganz liebe Grüße in die Weihnachtsbackstube und vielen Dank.

Gut aufgelegt

Beide sind in fast dem gleichen Alter, sie ist wohl ein oder zwei Jahre jünger. Keine Kratzer, Falten, Ähnliches, was zu kosmetischen Reparaturorgien führen könnte. Ja, gut, zugegeben, sie ist rund. Na und?  Das sind sie ja alle. Zumindest sind alle zwei gut aufgelegt.

Ich, weil ich mich freue, endlich wieder einen Schallplattenspieler mein Eigen zu nennen und die über vierzig Jahre alte American Folk Blues Festival Schallplatte, welche sich munter auf dem Plattenteller dreht. Analogmusik. Leises Knistern zwischen den Liedern. Und ein schon längst vergessener Klang. Der alte folkbluesSpieler hatte schon vor langer Zeit aufgehört, sich zu drehen. Und weil das mit den CDs halt so bequem ist – Fernbedienung und dergleichen, stand die Plattensammlung ungehört im Schrank. Durch Umzüge und andere Irrungen und Wirrungen ist die Anzahl wohl auf gut fünfzig LPs zusammengeschmolzen, aber diese dürfen sich jetzt wieder drehen.

Testbeitrag

Da ich versuche, mich mal wieder dem Blog zuzuwenden, schreibe ich einen Testbeitrag. Halt nur mal so.

1.) Es gibt 5 Häuser mit je einer anderen Farbe.
2.) In jedem Haus wohnt eine Person einer anderen Nationalität.
3.) Jeder Hausbewohner bevorzugt ein bestimmtes Getränk, raucht eine bestimmte Zigarettenmarke und hält ein bestimmtes Haustier.
4.) Keine der 5 Personen trinkt das gleiche Getränk, raucht die gleichen Zigaretten oder hält das gleiche Tier wie einer seiner Nachbarn.

Ihre Hinweise:

  • Der Brite lebt im roten Haus
  • Der Schwede hält einen Hund
  • Der Däne trinkt gerne Tee
  • Das grüne Haus steht links vom weißen Haus
  • Der Besitzer des grünen Hauses trinkt Kaffee
  • Die Person, die Pall Mall raucht, hält einen Vogel
  • Der Mann, der im mittleren Haus wohnt, trinkt Milch
  • Der Besitzer des gelben Hauses raucht Dunhill
  • Der Norweger wohnt im ersten Haus
  • Der Marlboro-Raucher wohnt neben dem, der eine Katze hält
  • Der Mann, der ein Pferd hält, wohnt neben dem, der Dunhill raucht
  • Der Winfield-Raucher trinkt gerne Bier
  • Der Norweger wohnt neben dem blauen Haus
  • Der Deutsche raucht Rothmanns
  • Der Marlboro-Raucher hat einen Nachbarn, der Wasser trinkt

In deutschen Wörtern richtet sich die Aussprache nach dem vorangegangenen Selbstlaut, genauer nach dessen Artikulationsstelle. Nach a, o, u (nach, noch, Bucht) folgt der Ach- Laut, nach e und i (Gefecht, mich) der Ich-Laut. Auch nach Umlauten wird der Ich-Laut gesprochen, so ist die unterschiedliche Aussprache von ch in Bach und Bäche zu erklären

Alternativen

Ich muss der Bundeskanzlerin beipflichten. Um die Wirtschaft – in Wahrheit meint sie die oberen Köpfe der Unternehmen – zu stärken, gibt es keine andere Alternative zur derzeitigen Regierung. Schwarz-Grün oder Jamaika seien Hirngespinste, sagte sie auf dem CDU-Parteitag.

Tja, es hat sich lange nichts geändert, denn 1919 schrieb schon Kurt Tucholsky in der Weltbühne:

Politik kann man in diesem Lande definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung.

Propeller

Die Asche des Vulkans mit dem isländischen Namen war nicht schuld. Wahrscheinlich Materialermüdung, mutmaßt der Fachmann; gibt sich dabei wissend – Laien vermuten nur, er weiß. Welches Material genau vor Müdigkeit selig einschlummerte, ergibt dann eine genaue Untersuchung.

Nachts. Lautes Motorengeräusch, Stahl knirscht auf Stahl. Die Turbo-Prop-Maschine legt eine Notlandung hin. Ich springe aus dem Bett und renne in die Richtung des Ohren betäubenden Lärmes. Die gute Nachricht ist, das Flugzeug steht nicht in der Küche – die schlechte: der Lüfter, respektive der innen liegende Propeller des Gefrierschrankes entwickelte ein Eigenleben und hält sich für ein Triebwerk.

Pfingsten naht.

Meine tägliche Presseschau ließ mich heute über folgende Aschekübel Schlagzeile stolpern: „Vulkanasche kann den Pfingstflugverkehr einschränken.“ Na prima! Nicht dass ich vorhabe, an den Pfingstfeiertagen ein Flugzeug zu besteigen. Doch das Ganze dann kurz nach der „kleinen“ Bundestagswahl in NRW. Wie das zusammenpasst? Jeder dachte, ja, die Wahl ist vorbei, und nun fangen die Regierungsparteien an mit ihrer eigentlichen Aufgabe: dem Regieren. Jetzt haben wir ja zwei Parteien in der Koalition, welche mit einem C beginnen. Also dem Papst, Bischof (ist er es noch?) Mixa, und anderen Kirchenvertretern nahe stehen. Und Pfingsten soll dann nun der Heilige Geist über diese Regierung kommen. Kommt er aber nich! Steht eine dunkle Wolke zwischen. Bei manchen denke ich, die haben ja nicht mal normalen Geist, geschweige denn den Heiligen.

Kann man aus einer leeren Rotweinflasche auch einen Geist entweichen lassen, oder geht das nur mit höher prozentigem Alkohol? Ansonsten würde ich die leeren Flaschen dann immer in das hessische Ministerium schicken. Tja, vergelts Gott, Herr Koch.

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Pausenende

Der Worte gibt es viele, die sich für die Spanne sagen lassen, welche den letzten Eintrag bis heute umfasst. Nie wollte ich mich ohne ein Abschiedswort durch eine Hintertür des Blogs fortschleichen. Ein Ende sollte es auch nie geben. Nennen wir es einfach Pause, Auszeit, Zeit des Nicht-Schreibens. Nehmen wir einfach an, eine Brockenhexe hat Stift, Papier, Tastatur versteckt und heute wieder hervor gezaubert. Oder, um sinngemäß mit den Worten Mark Twains zu schreiben: Falls euch die Blogeinträge nicht erreicht haben (sagen wir die Briefe sind verloren gegangen), betrachtet sie einfach als geschrieben. Ich wage einen Neuanfang. Ja. Leicht fällt es ja einem, da ihr mich doch noch nicht vergessen habt. Was die Kommentare beweisen.

Harzreise

Ein kleines Exzerpt aus den Reisebildern Heinrich Heines, namentlich aus der Harzreise. Da wir unsere Zeit anders einteilen müssen, als der Dichter es tat, wird der anstehende Ausflug kürzer ausfallen. Doch wenigstens den Abstieg vom Brocken, so wie Heine ihn ging, werde ich keinesfalls versäumen:

… Je tiefer wir hinabstiegen, desto lieblicher rauschte das unterirdische Gewässer, nur hier und da, unter Gestein und Gestrippe, blinkte es hervor und schien heimlich zu lauschen, ob es ans Licht treten dürfe, und endlich kam eine kleine Welle entschlossen hervorgesprungen. Nun zeigt sich die gewöhnliche Erscheinung: ein Kühner macht den Anfang, und der große Troß der Zagenden wird plötzlich, zu seinem eigenen Erstaunen, von Mut ergriffen und eilt, sich mit jenem ersten zu vereinigen. Eine Menge anderer Quellen hüpften jetzt hastig aus ihrem Versteck, verbanden sich mit der zuerst hervorgesprungenen, und bald bildeten sie zusammen ein schon bedeutendes Bächlein, das in unzähligen Wasserfällen und in wunderlichen Windungen das Bergtal hinabrauscht. Das ist nun die Ilse, die liebliche, süße Ilse. …

… Es ist unbeschreibbar, mit welcher Fröhlichkeit, Naivetät und Anmut die Ilse sich hinunterstürzt über die abenteuerlich gebildeten Felsstücke, die sie in ihrem Laufe findet, so daß das Wasser hier wild emporzischt oder schäumend überläuft, dort aus allerlei Steinspalten, wie aus tollen Gießkannen, in reinen Bögen sich ergießt und unten wieder über die kleinen Steine hintrippelt, wie ein munteres Mädchen. Ja, die Sage ist wahr, die Ilse ist eine Prinzessin, die lachend und blühend den Berg hinabläuft. Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes Schaumgewand! Wie flattern im Winde ihre silbernen Busenbänder! Wie funkeln und blitzen ihre Diamanten! Die hohen Buchen stehen dabei gleich ernsten Vätern, die verstohlen lächelnd dem Mutwillen des lieblichen Kindes zusehen; die weißen Birken bewegen sich tantenhaft vergnügt und doch zugleich ängstlich über die gewagten Sprünge; der stolze Eichbaum schaut drein wie ein verdrießlicher Oheim, der das schöne Wetter bezahlen soll; die Vögelein in den Lüften jubeln ihren Beifall, die Blumen am Ufer flüstern zärtlich: »Oh, nimm uns mit, nimm uns mit, lieb Schwesterchen!« – aber das lustige Mädchen springt unaufhaltsam weiter, und plötzlich ergreift sie den träumenden Dichter, und es strömt auf mich herab ein Blumenregen von klingenden Strahlen und strahlenden Klängen, und die Sinne vergehen mir vor lauter Herrlichkeit, und ich höre nur noch die flötensüße Stimme …

 

aus Heinrich Heine: Harzreise

Regionalsprache

Wieder eine Studie, Umfrage, oder was auch immer, welche alle paar Jahre gemacht, ausgewertet und veröffentlicht wird, mit einem Fazit, welches sich auch nie ändert. Dieses Mal untersuchte das Institut für Deutsche Sprache die Einstellung zu unserer deutschen Sprache. Und – das Ergebnis überrascht nicht – der sächsische Dialekt ist der unbeliebteste. Als Sachse verstehe ich das eher weniger. Was ist denn so schlimm am Sächsischen, dass unsere Sprache nicht gern gehört wird? Klingt fränkisch besser? Oder badisch? Ich lasse eine Prise Alltagspsychologie walten, akzeptiere die Werte der Studie, und trage meinen Lesern an, diese Seite, wenn Sie schon das Sächsische nicht hören wollen (wer nicht hören will muss fühlen lesen!) in einer Parallelwelt zu betrachten. Zugegeben, es ist, so will ich es nennen, eine Art hochsächsisch. In meinem Sprachraum klingt das Ganze schon wieder anders, ein Regionaldialekt, wie es ihn überall gibt.

Anfänglich stand ich schon vor dem Entschluss, die Seite gleich umzuleiten, doch wuchsen wohl berechtigte Zweifel an diesem Unterfangen. Also bitte ich höflichst um einen kleinen Abstecher in die Welt der sächsischen Sprache.

Noch eine Randbemerkung: Wer jetzt Lust auf mehr hat, seine eigene oder jede andere Seite mal im Zerrspiegel zu lesen, der hänge an den Domainnamen einfach ein .saxophone.parallelnetz.de/ an.

„Wer kann dazu schon Nein sagen“ http://blogsatz.info.saxophone.parallelnetz.de/

Satz des Tages, oder: mehr Nonsens geht nicht.

So ganz ohne Absicht, sogar ohne Denken vor dem Sprechen, bemühte ich mich – und es ist mir wohl gelungen – als Verbalakrobat dazustehen; zur Belustigung der Bürogesellschaft. Auch ich habe dann mitgelacht, nachdem der Satz die Gehirnwindungen passiert hatte und das Sinnfreie zutage trat.

Die Vorgeschichte: Ein Bauteil wurde zu viel in das Lager gebucht, ich notierte mir auf einem kleinen Zettel die zu bereinigende Stückzahl und die Artikelnummer. Und zwar 28 St. 28002. Da wir derzeit wieder eine Auszubildende im Büro haben, betraute ich sie mit dieser Aufgabe – unter meiner fachlichen Anleitung – Stornieren wurde noch nicht von Ihr ausgeführt. Im Personalbüro, ihre erste Abteilung im Unternehmen, wird ja anders verfahren. Und beim Eintippen der Teilenummer nahm das Unheil seinen Lauf. Die Nummern beginnen mit einem Buchstaben, die letzten drei Zahlen bezeichnen den Arbeitsgang. Beim Notieren ließ ich diese Kennzeichen weg, sie sind ja im Kopf verankert. Aus Furcht vor meinem „bitterbösen“, nicht Enden wollenden Zorn im Fehlerfall, oder auch aus Angst um eine nicht wohlwollende Beurteilung (welche ich garnicht schreibe), gab sie die Nummer ein, die ich auf das Zettelchen kritzelte. Nun diktierte ich die korrekte Bezeichnung – F280002810 – mit der folgenschweren Bemerkung:

„Wenn ich das aufschreibe, schreibe ich das ja nicht auf.“

Damit meinte ich das F am Anfang und die 810 am Ende. Nun ja, falls auf diesen sinnfreien Satz Kommentare von euch ohne Sinn eintreffen, nehme ich das niemandem übel, genauso wie ich Susann die „falsche“ Nummer nachsah.