Abgehobenes Erfrischungsgetränk

Einige Bundesländer verbieten das Colagetränk der Marke, nach deren Genuss man, engelgleich, Schwingen verliehen bekommt. Nun wird diese Cola aber nicht auf Grund des zugesetzen – schädlichen – Zuckers aus den Regalen verbannt, nein, es fanden sich minimale, unschädliche Spuren von Kokain in dem Getränk. Demzufolge ist es jetzt kein Lebensmittel mehr, sondern wird als Betäubungsmittel deklariert. Was ist nun dieses Mittel, mit deren Hilfe man sich betäubt? Eine Mischung aus Ackerminze, Senfsamen, Vanille, Ingwer und anderen Zutaten, dazu noch ein wenig dekokainierter Kokaextrakt. Die Füllmenge der Büchse beträgt 0,25 l. Ich stelle mir nun vor, innerhalb von zwei, oder sagen wir besser drei Stunden, 3 Büchsen zu trinken. Also einen dreiviertel Liter Cola über die angenommene Zeit. Danach erledigte ich dann Rechenaufgaben oder anderes, um den Dämmerzustand festzustellen. Anderntags wiederholt man das Experiment mit gleichen Vorgaben, nur nehme man diesmal, ohne mit der Cola zu vermischen, eine Flasche Wodka. Ohne einen Arzt oder Lebensmittelchemiker zu bemühen, kann ich das Ergebnis vorhersagen. Doch lassen wir diese Experimente, überlassen das weitreichende Thema den Experten. Ich werde versuchen, mit ebendieser Cola, meine Mohnpflanzen zu düngen. Vielleicht bringt das ja etwas Schwung.

Na denn, Prost!

Der Mann mit der Ledertasche

Soeben ausgelesen und schon im Blog. Charles Bukowskis erster Roman. Er beschreibt darin, meist autobiografisch, seine Erlebnisse als Angestellter des U.S. Postal Service – der amerikanischen Postbehörde. Zwei Jahre Briefträger; schikaniert durch seine Vorgesetzten, die ihm die schwersten Routen geben, angepöbelt von ungeduldigen Mitmenschen, welche Post erwarten aber keine bekommen und Hausfrauen – auf den „Milchmann“ wartend, dann mit dem Postbote vorlieb nehmen, haben bei ihm Spuren hinterlassen. Nichtsdestotrotz heuert er nach einer kurzen Auszeit wieder beim selben Arbeitgeber an, jetzt aber im Innendienst, Briefe verteilen. Dazwischen Episoden von seiner geliebten Pferderennbahn, von Frauen, von Alkohol und wieder Alkohol und Frauen.

Hier die Kurzbeschreibung vom Verlag:

»Das gesamte Personal der Post muss in seiner völligen Hingabe an das Interesse der Öffentlichkeit immer standhaft und rechtschaffen bleiben. Vom Personal der Post wird erwartet, dass es nach den höchsten sittlichen Grundsätzen handelt, die Gesetze der Vereinigten Staaten achtet und sich im Übrigen an die Vorschriften und Richtlinien der Postverwaltung hält.«Der Briefträger Henry Chinaski alias Charles Bukowski bleibt unsittlich: Er legt sich mit seinem Vorgesetzten an, säuft, wettet und versucht erfolglos, eine dauerhafte sexuelle Beziehung aufzubauen. Schließlich quittiert er den Dienst, um einen Roman zu schreiben.

„Am nächsten Morgen war die Nacht vorbei, und ich war noch am Leben. Vielleicht schreibe ich einen Roman, dachte ich. Und dann schrieb ich ihn.“

Charles Bukowski