Geschockt

Während meiner heutigen Mittagspause sagte eine Kollegin, dass in 15 Jahren ein Komet so dicht an der Erde vorbei gondelt, einschlagen könnte und so für eine neue Eiszeit verantwortlich wäre. Nachdem ich ihr sagte, schlüge der Gesteinsbrocken morgen hier ein, wäre es mir auch egal, war die Mitarbeiterin sehr schockiert. Das konnte sie nicht verstehen.

Erfahrungen

Der Paslamer Literaturwettbewerb gehört nun zur Vergangenheit, die Gewinner sind ermittelt.

Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, dass ich mich daran beteiligte, ohne eine Spur literarischer Vorbildung, ohne je etwas geschrieben zu haben; abgesehen von den Schulaufsätzen, die ja mittlerweile zu Staub zerfallen sind und den Lieferscheinen auf Arbeit – doch dazu braucht´s recht wenig Kreativität. Die Preise wurden ohne mich aufgeteilt.

Welch ein Tor, der sich schon auf dem schriftstellerischen Olymp sieht, dekoriert mit dem Lorbeerkranz des Siegers.

Doch sage ich mir, neues Jahr, neues Glück, so schreibe ich wohl wieder eine kurze Geschichte zum diesjährigen Wettstreit. Doch zuvor werde ich üben. Und immer wieder üben. Gleich morgen schreibe ich drei Lieferscheine mehr.

Unfreiwillige Beförderung

Ich glaube, es war vor drei Jahren, dass ich mich habe überreden lassen, die Frau in unserem Büro während ihres Urlaubs oder einer Krankschreibung zu vertreten. An sich ist das ja nicht so schlimm, die Zeitspanne ist überschaubar und eventuelle Fehler meinerseits wurden von ihr wieder ausgebügelt. Nun ist es ja so, wenn man mal für maximal drei Wochen am Stück Büroarbeit erledigt, also Lieferscheine schreibt, Fahrzeuge koordiniert und all die anderen Sachen erledigt, welche in einem Büro so anfallen, erhält man nicht so einen einen Einblick, als wenn man das Ganze ständig macht. Und jetzt muss ich von einem Augenblick zum nächsten meinen Arbeitsplatz in der Versandhalle mit dem des Büroarbeiters tauschen. Die Kollegin ist schwanger, hat zwar noch einige Monate bis zur Entbindung, doch ist jetzt, von einem Tag zum nächsten, urplötzlich, bis zum Mutterschutz krankgeschrieben. Seit dem bekannt werden ihrer Schwangerschaft hat sie mehrmals angemahnt, eine Vertretung anlernen zu wollen, doch seitens der Firma wurde das irgendwie ignoriert. Ich habe mehrmals bekundet, dass ich als Schwangerschaftsvertretung nicht zur Verfügung stehe, da ich mir diese Arbeit über einen so langen Zeitraum nicht zumuten will. Und nun ist die denkbar ungünstigste Konstellation eingetreten – ich muss bis auf Weiteres ins Büro. Nebenher immer mal mit im Versand arbeiten, die Büroarbeit trotzdem mit erledigen, jeden Tag Überstunden sammeln…. Ich hoffe nur, dass jetzt schnellstmöglich eine Vertretung gefunden wird, zwar muss ich diese dann anlernen, aber immer noch besser wie zwei Jahre auf dem Stuhl zu sitzen, den Chef im Nacken zu haben und jeden Tag bisschen länger zu machen.

Die Sauberkeitskommission

Wie jeden Monatsletzten kam die Sauberkeitskontrolle in unsere Abteilung. Man muss sich das wie den früheren Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden“ vorstellen. Dann gibt es Punkte für Ordnung und Sauberkeit. Oder eben Minuspunkte, wenn nicht alles sooo ordentlich ist. In diesem Fall gab es einen Minuspunkt, wegen eines Papierschnipsels auf dem Hallenboden. Zu dieser Thematik habe ich dann sogar ein Gedicht gefunden, welches aus der Feder des zu Unrecht vergessenen Dichters Wayne Heine stammt.

Warst einst ein stolzer Bogen,
reinweiß, DIN A vier,
man hatte dich betrogen,
du konntest nichts dafür.

Erst bedruckt und dann zerrissen,
du warst der falsche Bericht.
Liegst du nun völlig verschlissen,
auf deinem Angesicht.

Ein Schnipsel fiel herunter,
und wehte hin und her,
und wehte ziemlich munter,
zum Glück war da kein Teer.

Die Kommission: ein Mann und eine Frau,
sie nahmen es sehr genau.
Sie sahen auf dem Boden genug,
das gab dann Punktabzug.

Nun liegst du in der Gruft,
bist jetzt nicht mehr hier.
Schnupperst der Erden Duft,
wir begruben dich um vier.
Am Sarg knabbert eine Maus,
das Gedicht ist aus.

Dach dem Lesen des Gedichtes drängt sich mir die Frage auf, ob Wayne Heine bei Morgenstern in die Schule gegangen ist, oder ob Christian Morgenstern Wayne Heines Werk zur Vollendung führte. Schade, dass über diesen fast vergessenen Schriftsteller so wenig bekannt ist.

Eine Dienstfahrt

Am Dienstag musste ich – vertretungsweise – zu dem knapp 40 km entfernten Zollamt fahren, um dort einige Sachen verzollen zu lassen. Das ist an sich nicht weiter schlimm oder spektakulär. An diesem Tag waren allerdings sämtliche Firmenautos schon unterwegs. Nein, das heißt nicht, dass ich mit meinem privaten PKW fahren sollte. Kurzerhand wurden mir die Schlüssel vom Wagen des Geschäftsführers gegeben, mit seinem Einverständnis, und wenig später fuhr ich also mit einem Automobil der gehobenen Klasse.

Es war schön anzusehen, wie manche Leute komisch geguckt haben, als die Autotür sich öffnete und jemand im „Blaumann“ ausstieg. Einfach köstlich!

Tropfsteinhöhle

Ich spiele mit dem Gedanken, nächste Woche mit einem Regencape auf Arbeit zu gehen. Derzeit haben wir eine relative Luftfeuchtigkeit von 85-90 %. Für den Fall, dass sie weiter steigt, wird mir der Regenschutz gute Dienste leisten, denn dann wird es wohl vom Hallendach regnen. Außerdem könnte ich ja in den Pausenzeiten irgendwelche Pflanzen züchten, welche ich dann verkaufe. Ich dachte da an psychedelische Pilze. Das könnte dann sogar noch die Produktivität steigern und man nimmt vieles etwas gelassener hin.

Milchpreis

Die von mir geschätzte Frau Flocke von Krötengrün möchte sich auf ihren Balkon eine Kuh stellen, sie findet nur in ihrer Heimat Berlin keine. Ich habe da was für Sie. Robert Lembke hätte gefragt: „Welches Schweinderl hättens denn gern?“ Ich frage, sind diese Kühe nicht einen klein wenig erhöhten Milchpreis wert?

Aufgenommen leider nur mit dem Mobiltelefon auf dem Weg zur Arbeit, Zwickau-NiederhohndorfKuhherde

Ein neuer Butterberg

Auf meinem Weg zur Arbeit musste ich kurz an einem Supermarkt anhalten, um noch eine Kleinigkeit zu besorgen. Dabei fiel mein Blick auch auf das Regal mit der Butter. Meine Vermutung, welche mir beim samstäglichen Wochenendeinkauf kam, hat sich bestätigt. Die normale Butter kostet jetzt genauso viel wie eine bekannte irische Butter. Und die Leute langen kräftig zu. Die Kartons der Butter aus Irland werden auf einmal viel schneller leer als die anderen Buttersorten. Wenn das anhält, haben wir bald wieder einen neuen Butterberg, der dann von uns mitsubventioniert wird.

Kauft wieder deutsche Butter! So wie Herr Schmidt „Ja zu deutschem Wasser sagt“.