Es kann dann mal weg

Ich bekam vor kurzem das Angebot, mir Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ ausborgen zu dürfen. Und da es ja wochen- oder gar monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten stand, nahm ich dann auch das Angebot an. Leider. Die ersten gut siebzig Seiten zogen sich so zäh dahin, darin eine fast vollständige Biographie von ihm, immer wieder unterbrochen vom Gejammer über seine schmerzenden Füße (trotz der original kanadischen Boots). Deswegen nahm er dann wohl auch öfter mal den Bus. Danach vielerlei Geplänkel über andere Pilger, meist aus dem deutschsprachigen Raum. Zwischenzeitlich wieder die Füße, welche bemitleidet wurden, abgelöst von der Frage, warum er keinen Kontakt zu anderen Pilgern findet. Wie auch, wenn er nach den besten Hotels sucht, aus Angst, sich in den Herbergen mit Fußpilz anzustecken. Je näher er seinem Ziel kam – es machte mir nicht den Eindruck, dass der Weg das Ziel sei – war dann auch etwas von einem Sinn der Wanderung zu spüren. Doch auch das kam dann zu kurz. Erhofft sich der Leser, etwas über das Innere, über geistige Tiefgründigkeiten zu erfahren, was wohl der Zweck und Sinn einer solchen Pilgerreise ist, sollte er sich ein anderes Buch über den Jakobsweg suchen.