Humankapital

Our life is her dirty game,

because the bosses had no brain.

Solch düstere Gedanken fallen mir nur in Englisch ein. Mittlerweile macht die Entlassungswelle auch vor solchen Mitarbeitern nicht mehr halt, die – trotz Krise, und nach halbwegs überstandener derselben – für die Firma unerlässlich sind. Das gibt mir zu Denken. Ohne mich des Defätismus schuldig machen zu wollen, sehe ich in absehbarer Zeit nur noch im Controlling Licht brennen. War es nicht früher üblich, durch Solidarität – sei es durch Lohnverzicht oder andere Instrumente – die Arbeitsplätze zu erhalten? Unverständlicherweise wird über solche Dinge nicht geredet. Zugegeben, ich bin kein Manager, kein Volkswirt, um einen näheren Einblick in bestimmte betriebswirtschaftliche Vorgänge zu haben. Doch trägt ja das Kapital, welches in unseren Köpfen ist, auch zum Erfolg eines Unternehmens bei. Und dieses wird gerade, zur – wohlgemerkt kurzfristigen – Ergebnisverbesserung, weitgehend vernichtet. 

Krisis-Sonett

Aus dem Ofen fließt zäh der Stahl,

und dann macht man ihn aus.

Es war heute das letzte mal,

der zweite Kocher sitzt schon zu Haus.

Die Presse nur noch im Stundentakt kracht,

des Eisens gibt’s schon zu viel.

Der Werker sagt nun Gute Nacht,

macht gute Miene zum bösen Spiel.

Eine Drehmaschine nichts mehr dreht,

einsam in der Halle steht.

Der Gabelstapler nicht fahren will.

Hier weht ein rauer Wind um´s Eck,

und pfeift die Arbeitsplätze weg.

Die Werkshalle liegt totenstill.