Stillleben

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Der Rezession in der Automobilindustrie geschuldet war dieser vor weihnachtliche Urlaub. Und Anstatt mir wirtschaftlich-politisierende Gedanken über das Wohl der Firma zu machen, genoss ich einfach diese verordnete Zwangspause von der Malocherei.

Nach dem Aufstehen ein schönes Frühstück mit frischen Bäckersemmeln und Kaffee, danach nahm ich mir die Zeit, einfach da zusitzen um bei Tee Zeitung zu lesen – diese Beschäftigung konnte dann bis in die Mittagsstunden andauern, nebenbei servierte ich mir am Tisch gleich die nächste Mahlzeit.

Polterg(r)eis(t)

Wer poltert da noch durch die Medien – nicht mehr leis,

das ist doch RR – wohl schon ein Greis.

Man könnte meinen, Herr Reich-Ranicki wäre in seinem Ohrensessel aufgewacht und sah sich nicht mehr beachtet. Deswegen muss er wohl jetzt durch die Medienlandschaft schimpfen. Hegte ich noch ein wenig Sympathie für ihn, nach seiner Weigerung den Fernsehpreis anzunehmen, hat er diese jetzt verloren. Befreundete er sich während der Sendung mit Herrn Gottschalk und attackierte die ihm zu Hilfe eilende Elke Heidenreich; doch damit nicht genug. In der Dezemberausgabe des Magazins „Cicero“ legte er noch einmal nach. Sagte er doch zu der Sendung Lesen „Diese Reklame für Bücher ist mir zu billig.“ Stimmt, Herr RR. Sie machten ja vor kurzem für die Firma mit dem großen, rosa T Werbung, die war dann nicht so billig. Des weiteren motzte er noch gegen Sigrid Löffler, welche die Sendung von Elke Heidenreich auch nicht weiter führen könne. Einen Augenblick lang war ich geneigt zu denken, er hätte ein Problem mit (klugen) Frauen. Doch paar Sätze weiter versucht er sich bei Frau Merkel anzubiedern, welche sich doch auch in die Diskussion über die Fernsehqualität einmischen sollte. Oder hat er doch ein Frauenproblem? Schließlich überwarf er sich nun noch mit seiner Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz vom Suhrkamp-Verlag und wechselt zu Hoffmann und Campe.

Setzen Sie sich doch bitte wieder in Ihren Lehnstuhl und lesen paar Bücher.

Heute schon gelesen?

Zum Welttag des Buches stelle ich diese Frage. Und ich meine keine Blogpostings sondern die Lektüre eines guten Buches. In unserem Land, dem Land der Dichter und Denker, wird nur noch zwischen 20 und 40 Minuten täglich gelesen. Ich bekenne mich zum Lesen, auch wenn auf Arbeit darüber gewitzelt wird: „Na, heute Abend wieder ein gutes Buch, Glas Wein?“. Doch das stört mich wenig. Um die Bilanz etwas zu erhöhen und meine Kollegen nicht Lügen zu strafen, werde ich mich jetzt mit einem Gläschen Roten und einem Buch auf die Couch verkrümeln.

E-Book gegen Buch

Nachdem ich schon drei Anläufe genommen habe, „Die Verwandlung“ von Franz Kafka am Bildschirm als E-Book zu lesen, brach ich den Versuch dann ab. Daraufhin im Buchladen „Die Erzählungen“ gekauft. Als richtiges Buch, gebunden und mit Lesebändchen – was ja mittlerweile eine Seltenheit geworden ist. Und schon habe ich knapp ein Viertel des Buches gelesen. Für mich bleibt ein gedrucktes Buch immer noch die erste Wahl.