Liebesbriefe

Riskieren wir einen Blick in das Innerste von Dylan Thomas, und lesen, was er an seine Geliebten und seine Ehefrau Caitlin schrieb. image

Wenn seine Liebe an der Anzahl der verwendeten Worte „Liebste“ und „Liebe“ partizipiert, muss er diese Frauen wohl unendlich geliebt haben. Voller Hingabe, tiefgründig und sehnsuchtsvoll bringt er die Worte zu Papier. Die mit Abstand gefühlvollsten und bezauberndsten Briefe bekam seine Frau – notgedrungen, da er fast nur auf Vortragsreisen war. Aber ging es nicht nur um Liebe, auch die kleinen Alltäglichkeiten und Bekümmernisse des Lebens lesen wir in seinen Briefen wunderschön in Zeilen gefasst.

Ein kleines Buch, gut hundert Seiten, und bei jedem Umblättern empfinden wir mehr und mehr, wie schön doch (auch in der heutigen Zeit), schriftliche Kommunikation sein kann. Bringe ich noch ein gewisses Verständnis auf, wenn die Verfasserinnen oder Verfasser einer SMS das „Liebe Grüße“ zu einem LG werden lassen, welches wohl der Zeichenbegrenzung geschuldet ist, ist es mir jedes mal aufs Neue ein Gräuel, unter einem Schriftstück oder einer E-Mail ein hingerotztes „mfg“ lesen zu müssen.