keine Pauschalreise

Jetzt, zu Zeiten einer allgemeinen Pilgerschwemme (jeder muss anscheinend den Jakobsweg gehen), war doch Hermann Hesses „Morgenlandfahrt“ eine willkommene Reisebeschreibung. Darüber möchte ich euch einladen, Selbiges nachzuerleben. Machen wir uns auf, unser eigenes Morgenland zu entdecken. Nehmen wir unsere Freunde mit auf diese Reise nach Hause. Ist es doch weniger eine Region, oder gar ein Land, welches bereist wird, sondern eine Reise – Pilgerfahrt ist wohl der bessere Ausdruck – wie Hesse es so beschreibt:

„… sondern es strömte dieser Zug der Gläubigen und sich Hingebenden nach dem Osten, nach der Heimat des Lichts, unaufhörlich und ewig, er war immerdar durch alle Jahrhunderte unterwegs, dem Licht und dem Wunder entgegen, und jeder von uns Brüdern, jede unserer Gruppen, ja unser ganzes Heer und seine große Heerfahrt war nur eine Welle im ewigen Strom der Seelen, im ewigen Heimwärtsstreben der Geister nach imageMorgen, nach der Heimat.“

Also packen wir unseren Rucksack und nehmen unsere Seelenverwandten mit nach dem Morgenland.

Der Suhrkamp-Verlag schreibt folgendes dazu. »Hermann Hesses Erzählung berichtet von dem Geheimbunde der Morgenlandfahrer, der die in allen Völkern und Zeiten zerstreute Gemeinschaft der Gläubigen, der Träumer, Dichter, Phantasten darstellen soll, symbolisch in ein gleichzeitiges Schicksal zusammengefaßt. Die erzählerische Anmut im einzelnen und die Sicherheit, mit der die Geschehnisse zwischen Traum und Wirklichkeit gehalten und auf dieser Ebene glaubhaft gemacht werden … das rührend Märchenhafte, Kindliche und Romantische darin, das alles läßt nicht leicht erkennen, daß Hesse hier ebenso ein Bekenntnisbuch geschrieben hat wie im „Steppenwolf“, nur einheitlicher und mehr zur Erzählung geformt als dort.«