Die Welt ohne uns – Alan Weisman

Nein, er verteufelt uns nicht. Doch will er uns zum Nachdenken anregen.

Der Kerngedanke des Buches ist die Entwicklung der Erde ohne den Menschen. Zum einen beschreibt Weisman detailliert und bildhaft, wie die Natur sich ohne uns weiterentwickelt, an bestimmten Beispielen wie der zypriotischen Stadt Varoscha, welche im Sperrgebiet liegt und seit 1974 nicht mehr bewohnt ist, oder den Stätten der Maya, die mittlerweile ganz von der Natur zurückerobert wurden. Anderseits streift er die Entwicklung, welche die Erde eingeschlagen hätte, wenn wir uns gar nicht erst zum Homo sapiens entwickelt hätten.

„Die Menschheit in ihrer Gesamtheit ist unzähligen anderen Arten zu Dank verpflichtet. Ohne sie könnten wir nicht existieren. So einfach ist das. Wir können es uns nicht leisten, sie zu vernachlässigen – so wenig wie wir die Erde vernachlässigen dürfen, die uns alle hervorbringt und am Leben weltohneuns erhält. Die Erde könnte ohne uns sein, aber wir nicht ohne die sie.“

Unsere herangezüchteten Nutztiere gingen wohl unter oder müssten sich im weiteren Verlauf der Evolution genetisch an die neue Situation anpassen. Selbst Ratten und Küchenschaben sind so von den Menschen abhängig, dass sie dem Untergang preisgegeben sind. Einzig die Hauskatze, jetzt noch schnurrend im Sessel liegend, profitierte von ihren seit tausenden Jahren unveränderten Genen und bediente sich auf dem immer reichhaltiger werdenden Buffet.

Zu kämpfen hätte die Erde nur mit unseren neueren Errungenschaften, dem Kunststoff sowie der Strahlung aus den langsam zerfallenden Kernkraftwerken und den irgendwann verrotteten Atomwaffen.

Alan Weisman schreibt dabei nicht oberlehrerhaft oder verliert sich in wissenschaftlichen Formulierungen, sein Buch ist leicht verständlich und von der Ersten bis zur letzten Seite informativ und lesenswert.

„Die Natur führt einen fortwährenden Kleinkrieg gegen seine Brücken. Die Waffen und Truppen dieses Gegners nehmen sich lächerlich winzig neben dem stahlbewehrten Giganten aus, doch es wäre ein fataler Fehler, den unablässig herabregnenden Vogelkot gering zu schätzen, der Pflanzensamen enthält und gleichzeitig den Farbanstrich auflöst. Del Tufo kämpft gegen einen primitiven, aber unermüdlichen Feind, dessen Stärke vor allem in seiner Fähigkeit liegt, seinen Gegner zu überdauern. Daher hat Del Tufo sich längst damit abgefunden, dass die Natur am Ende gewinnen muss.“

Und hier der Klappentext: Angenommen, die Menschheit verschwindet von einem Tag auf den anderen von unserem Planeten: Welche Spuren hinterlassen wir auf der Erde? Alan Weisman beschreibt, wie die Welt ohne uns der Auflösung anheimfällt, wie unsere Rohrleitungen zu einem Gebirge reinsten Eisens korrodieren, warum einige Bauwerke und Kirchen womöglich als letzte Überreste von Menschenhand stehen bleiben, wie Ratten und Schaben ohne uns zu kämpfen haben und dass Plastik und Radiowellen unsere langlebigsten Geschenke an den Planeten sein werden. Schon ein Jahr nach unserem Verschwinden werden Millionen Vögel mehr leben, weil die Warnlichter unserer Flughäfen erloschen sind. In 20 Jahren werden die großen Avenues in Manhattan zu Flüssen geworden sein. Unsere Häuser halten 50, vielleicht 100 Jahre. Großstädte in der Nähe von Flussdeltas, wie Hamburg, werden in 300 Jahren fortgewaschen. Und nach 500 Jahren wächst Urwald über unsere Stadtviertel.

Links: http://www.worldwithoutus.com/index2.html

Wir sind dann mal weg – oder Die Welt ohne uns

Diesen Satz werden die sächsischen Schwäne wohl sagen, um schnellstens dem Freistaat zu entfliegen. Oder sagen wir dann: Ihr seid dann mal weg.

Ein Rassegeflügelzuchtverband fragte beim zuständigen Ministerium an, wild lebende Schwäne abschießen zu dürfen. Vorsorglich, da die Wildvögel ja den Vogelgrippevirus verbreiten. Die dunklen Zeiten, in denen Tiere nur so gejagt wurden, weil sie eine Gefährdung darstellten, wähnte ich vorbei. Doch dem ist wohl nicht so.

Besser wäre es, den umgekehrten Fall zu betrachten. Die Menschen verschwänden, aus welchen Gründen auch immer, von der Erde. Diesem Thema hat sich jetzt der amerikanische Wissenschaftsautor Alan Weisman gewidmet. In seinem Buch „Die Welt ohne uns“ spielt er das Szenario durch, wenn wir uns alle von Mutter Erde verabschieden würden. Es wäre gar nicht so schlimm. Die Natur regenerierte sich schneller als gedacht. Allein die von uns produzierten und in Umlauf gebrachten Gifte überdauerten noch einige hunderttausend Jahre, ehe sie abgebaut sind. Ein Artikel in der „Welt“ ließ mich dieses Buch entdecken.

Links: http://www.worldwithoutus.com/index2.html

http://www.welt.de/wissenschaft/article1110033/Wenn_der_Mensch_auf_einmal_weg_waere….html

http://www.libri.de/shop/action/productDetails/6566150/alan_weisman_die_welt_ohne_uns_3492051324.html

Menschenallergie

Laut einem Artikel in der Welt haben schottische Wissenschaftler herausgefunden, dass immer mehr Haustiere eine Allergie auf menschliche Haare und dergleichen bekommen. Also gibt es nicht nur Menschen, welche auf Tierhaare allergisch reagieren, sondern jetzt auch Tiere, die eine Allergie auf Menschen entwickeln. Dazu ein passendes Zitat von Franz Kafka, aus der Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“:

„Manchmal überkommt mich ein solcher Widerwille vor Menschen, daß ich dem Brechreiz kaum widerstehen kann. Das hat natürlich nichts mit dem einzelnen zu tun, nichts mit Ihrer liebenswürdigen Gegenwart. Es geht gegen alle Menschen.“