Saubere Tinte

Allenthalben liest man vermehrt von erschienenen und noch zu bauenden Lesegeräten mit elektronischer Tinte. Ein wahrlich löbliches Unterfangen. Vor zwei Wochen hatte ich nämlich wieder schulkindtintenbekleckste Hände nach dem Wechsel einer Füllhalterpatrone. Zugegeben, diese Technik ist zum Lesen gedacht, man nimmt ja Papier um mit einem Federhalter zu Schreiben. Dennoch gibt es Leute, welche dann und wann auch mal in ein Buch etwas reinschreiben; oder in eine Zeitung. So wie ich. Und für diese ist dann die saubere Tinte – oder auch nicht. Jüngst stand doch in einem Buchladen ein viel beworbener E-Book Reader zum probieren. Vier Seiten habe ich mir gegönnt. Die Schrift ist wie gestochen, es liest sich flüssig. Möchte man etwas markieren oder eine Anmerkung notieren – nimmt man Zettel und Stift. Es geht nicht anders. Gewährt wird einem aber das Setzen von Lesezeichen. Einen ausführlichen Testbericht gibt es beim Literaturcafé. Die Preisgestaltung ist auch zu überdenken. Dreihundert Euro für das Gerät zuzüglich der elektronischen Bücher, welche nur marginal billiger als die gedruckten Ausgaben sind.

Die angekündigten Reader mit größerem Display, welche von den Zeitungsverlagen aus Kostengründen herbei gesehnt werden, sind für mich kein Ersatz für eine papierne Zeitung. Man stelle sich einen Abend auf der Couch vor, die Frau sieht fern und der Gatte drückt zum Umblättern der Zeitung einen Knopf. Um wie viel heimeliger, familienfreundlicher ist doch eine großformatige Printausgabe a la ZEIT, welche in den spannendsten Momenten des Kriminalfilmes umgeblättert und glatt gestrichen wird. Auf derartige Gegebenheiten möchte ich keinesfalls verzichten.

Stillleben

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Der Rezession in der Automobilindustrie geschuldet war dieser vor weihnachtliche Urlaub. Und Anstatt mir wirtschaftlich-politisierende Gedanken über das Wohl der Firma zu machen, genoss ich einfach diese verordnete Zwangspause von der Malocherei.

Nach dem Aufstehen ein schönes Frühstück mit frischen Bäckersemmeln und Kaffee, danach nahm ich mir die Zeit, einfach da zusitzen um bei Tee Zeitung zu lesen – diese Beschäftigung konnte dann bis in die Mittagsstunden andauern, nebenbei servierte ich mir am Tisch gleich die nächste Mahlzeit.

Der Papierkrieg

Bei jedem Klingeln an der Haustür zucke ich zusammen. Sind sie jetzt da? Muss ich mich nun verantworten für mein frevlerisches Tun? Doch was habe ich getan, um ein derart schlechtes Gewissen zu haben?

Ich verstecke alte Zeitungen. Ich führe sie nicht der schadlosen Verwertung durch ein städtisches Entsorgungsunternehmen zu.

Vor einigen Wochen erbot sich eine Recyclingfirma, vor den Häusern blaue Tonnen aufzustellen, um uns, der Bevölkerung, den Weg zu den Papiercontainern zu ersparen. Da wir Mieter in einem Mehrfamilienhaus sind, kam das sowieso nicht in Betracht. Doch einige Hausbesitzer bestellten solch eine Tonne. Das wiederum rief die Stadtoberen auf den Plan. Man mache sich strafbar, Papier in diesen Tonnen zu entsorgen, da diese Firma nicht anerkannt wäre, so der Kommentar unseres Umweltbürgermeisters. Beantragt hatte dieses Unternehmen dies alles schon im letzten Jahr, doch die Ratsmühlen mahlen etwas langsam. Und meinen Augen traute ich kaum, die ganze Stadt wimmelte plötzlich voll blauer Tonnen, als verfolgten sie mich. Die Stadt ließ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor jedem Grundstück Papiertonnen aufstellen, ausgeteilt durch das Entsorgungsunternehmen der Gemeinde. Geht es da um Geld, liebe Stadtoberhäupter?

Manchmal schmeiße ich die Zeitungen aber weder in die eine, noch in eine andere Tonne, sondern lege damit bestimmte Schränke aus oder hefte mal einen Artikel ab. Schließlich bezahlte ich die Zeitung beim Kauf und sie ging damit in mein Eigentum über. Oder wurde sie mir nur überlassen, zu lesen die journalistischen Beiträge und das Papier gehört der Stadt. Bin ich jetzt ein Verbrecher, ein Papierdieb? Ich werde weiterhin das Possenspiel der Papiertonnen verfolgen. In meiner Tageszeitung, welche täglich im Briefkasten liegt. Und an bestimmten Tagen werde ich sie wieder verstecken.

Kunststoffzeitung

Heute konnte ich in meiner Tageszeitung, der Papiernen, einen Artikel im Wirtschaftsteil über diese flexiblen Kunststoffdisplays lesen. Die Firma Plastic Logic baut jetzt in Dresden ein Werk, in welchem irgendwann in 2008 mehrere Millionen dieser bruchfesten, zusammenrollbaren „Monitore“ gefertigt werden. Zunächst werden sie noch monochrom hergestellt, doch das soll dem Verwendungszweck keinen Abbruch tun. Bliebe noch übrig, die Energie- und Umweltbilanz abzuwägen, um sich dann die Tageszeitung, oder eventuell ein Buch, sich auf das Display zu laden. Bislang konnte ich mich ja noch nicht mit dem Lesen auf elektronischen Medien anfreunden, abgesehen von Leseproben bei manchen Büchern, doch vielleicht schafft es dieses Display – es bleibt abzuwarten; es ist ja auch eine Preisfrage. Das einzige von mir bislang gelesene „Buch“, welches ich auf dem Handy las, war Theodor Storms „Regentrude“. War aber auch in drei Mittagspausen erledigt. Lob ich mir dann doch die kleinen, gelben Reclams.

Ein Besuch im Buchladen.

Zuvorderst, um einmal ein Lob den Buchhändlerinnen und Buchhändlern auszusprechen, mir ist es noch nie so ergangen wie in dem nachstehenden Artikel beschrieben. In meiner Lieblingsbuchhandlung wurde ich bisher immer freundlich bedient.

Diesen Artikel habe ich letzte Woche, den genauen Tag weiß ich nicht mehr, in der „Freien Presse“ gefunden.

Buchladen